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Die 10 Gebote: Die 10 großen Freiheiten Keine Moral, sondern Hilfe zum Leben.
Israel wurde aus Ägypten befreit. Damit beginnen die Gebote. Ihr seid frei - nun lebt auch als die Freien. Die 10 Gebote Gottes sind für uns Hilfe zum Leben. Wie Leitplanken und Mittelstreifen für Autofahrer. Wie Leuchtbojen für die Kapitäne. Wie gute Ratgeber in entscheidenden Lebensfragen. Also keine moralischen Zeigefinger, keine drohenden Fäuste, keine Angstmacher. Sondern Freimacher. Gottes Hilfe zum Leben. So verstehen wir den Satz:
In Freiheit vor Gott verantwortlich Leben.
Erstes GebotIch bin der Herr, dein Gott: Du sollst keine anderen Götter haben. Gott will nicht, dass du wie ein Gefangener lebst. Der allmächtige Gott ist auch dein Befreier. Du musst nicht den heutigen Göttern Macht, Geld, Besitz, Sex und Konsum dienen. Vertraue Gott, bei ihm bist du in guten Händen.
Zweites Gebot Ich bin der Herr, dein Gott: Du sollst den Namen deines Gottes nicht missbrauchen. Der allmächtige Gott will seinen Namen nicht für böse Mächte wie Okkultismus und Zauberei missbrauchen lassen. Auch nicht für die Macht, die Personen und Institutionen unter Geringschätzung des Evangeliums in seinem Namen über Menschen ausüben wollen. Sein Name ist ihm heilig, er gehört ihm allein. Du darfst mit Gott ganz persönlich reden : Vater unser – mein Vater im Himmel.
Drittes Gebot Ich bin der Herr dein Gott: Du sollst den Feiertag heiligen. Gott will nicht, dass wir uns ruhelos in unserer Arbeit schinden und dabei den Kontakt zu ihm verlieren. Darum schenkt er uns den Ruhetag, den wir zum Lob Gottes und zu unserer Freude nutzen dürfen. In der Ruhe können wir zu Gott und so auch zu uns selbst kommen. Am Sonntag ist überall Gottesdienst. Auch die Familie braucht diesen besonderen Tag, damit Vater und Mutter und die Kinder und Kindeskinder Freude miteinander haben.
Viertes Gebot Ich bin der Herr dein Gott: Du sollst Vater und Mutter ehren. Es geht Gott um die Würde und Ehre der Eltern. Vater und Mutter schenkten uns in Gottes Auftrag das Leben. Auch sie sind schwache Menschen wie wir, doch Gott will, dass wir sie achten und ihnen Respekt erweisen, dass wir sie lieb und wert halten, solange sie leben. Auf dieses Gebot hat der Vater im Himmel einen besonderen Segen gelegt: „...auf dass du lange lebst auf Erden.“ Offenbar entsteht so eine tiefere „Lebensqualität“, die uns gut tun wird.
Fünftes Gebot Ich bin der Herr, dein Gott: Du sollst nicht töten. Gott will nicht, das wir Menschen körperlich und seelisch verletzen und ihnen das Leben rauben. Er will, dass wir einander zum Frieden und bei der Gestaltung unseres Lebens helfen. Wir leiden mit, wenn Menschen Kriege führen und ungezählt viele sterben. Wir können Friedenstifter sein. Zuerst um uns herum, doch auch durch unser gesellschaftliches Engagement.
Sechstes Gebot Ich bin der Herr, dein Gott: Du sollst nicht ehebrechen. Gott will nicht, dass du eine Ehe zerstörst und die Sexualität als Macht über andere ausnutzt. Du darfst dich an der Liebe zu einem anderen Menschen freuen und die Ehe als das Haus und Bett der Liebe erleben. Gott verteidigt auch die erotische und sexuelle Liebe vor Missbrauch und Missachtung. Er ist ein „Liebhaber des Lebens“ und will, dass es den Liebenden gut geht.
Siebentes Gebot Ich bin der Herr, dein Gott: Du sollst nicht stehlen. Gott will nicht, dass wir einen Menschen oder eine Familie um ihr Eigentum bringen, ob es nun direkt durch Diebstahl und Betrug, oder durch raffinierte Geschäftemacherei geschieht. Er möchte, dass wir anderen ihr Hab und Gut gönnen und auch selbst dankbar leben.
Achtes Gebot Ich bin der Herr dein Gott: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden. Gott will nicht, dass wir einander belügen. Er will uns zur Wahrhaftigkeit helfen. Wer einen Menschen bewusst belügt, versündigt sich gegen die Wahrheit und raubt seinem Mitmenschen die Würde. Der Mut zur Wahrhaftigkeit wird uns sehr gut tun und unsere seelische und geistige Gesundheit fördern.
Neuntes Gebot Ich bin der Herr dein Gott: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Gott will nicht, dass unser Nächster sich vor uns fürchten muss, weil wir ihn spüren lassen, dass wir ihm seine Lebens-Möglichkeiten, sein Geld und sein zu Hause nicht gönnen. Das gilt auch für Familien, wenn es um ein Erbe, ein Baugrundstück, oder einen Beruf geht. Gott schenkt uns die Freiheit zum Haben und Hergeben. Wer keine Kühe hat, denke an das Auto, wer natürlich keinen Knecht und keine Magd hat, setze dafür Mitarbeiter und Kollegen ein.
Zehntes Gebot Ich bin der Herr dein Gott: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was sein ist. Wir werden durch den Glauben an Gott, den wir durch Jesus Christus kennen, vom Neid befreit und können dem Nächsten Gutes gönnen und gut über ihn reden. Gott will nicht, dass unser Leben von Zwanghaftigkeit und Gier erfüllt ist. Wir dürfen uns freuen, dass es anderen gut geht. Wir müssen nicht Übles über sie reden und ihnen das Leben schwer machen.
Es ist spannend, diese Weisung aus der Nomadenzeit des Volkes Israels in das 21. Jahrhundert zu übertragen. Wie schon gesagt, wer kein Stück Vieh hat, denke dafür an sein Auto, wer keine Knechte und Mägde hat, setze dafür Mitarbeiter und Kollegen ein. In jener alten Zeit bezahlte der Mann für seine Frau wohl noch viele Kamele. Sie war sein Besitz, den ihm niemand nehmen durfte. Dieses Besitzdenken hat der durch Jesus eingeleiteten vollen Würdigung der Frau Platz machen müssen. Frauen waren die ersten Zeuginnen seiner Auferstehung. Frauen sind nicht das Anhängsel von Männern, sondern ihm völlig gleichgestellt. Wo das nicht so ist, müssen alle darauf hinwirken. So können Glaubende „in der Freiheit eines Christenmenschen“ (Martin Luther) dankbar leben und dem Nächsten zum Guten helfen.
Die „Zehn Worte“, wie die Gebote ursprünglich hießen, geben uns keine Anweisung für jeden Einzelfall des Lebens. Sie muten uns zu, dass wir auf der Basis des ersten Gebotes den Sinn unseres Lebens erkennen und unser Leben entlang aller „Zehn Worte“ gestalten. Wir bekommen keine Wanderkarte, wo jede Wegbiegung eingetragen ist. Wir bekommen einen Kompass, der immer in die Richtung: „Gott lieben und den Nächsten wie sich selbst“ zeigt. Die einzelnen Schritte müssen wir in Verantwortung vor Gott und Menschen selbst tun. Um uns in ethischen Fragen zurecht zu finden, brauchen wir die Lektüre der Bibel, gute Freunde, mit denen wir über alles ehrlich reden können und das vertrauensvolle Gebet zu Gott. Gott nimmt uns ernst, er will, dass wir als freie Menschen leben - und er gibt uns seinen Geist, dass wir in der Spur des Lebens bleiben und das Ziel unseres Lebens nicht verfehlen. Wer Gott so entdeckt hat, mag nicht mehr falsche Wege gehen und gegen Gottes Liebe handeln. Er möchte wirklich in der Liebe leben. So bekommt das Leben seinen tiefen Sinn: In der Liebe zu Gott und den Menschen leben.
Der Apostel Paulus schreibt : „Die Liebe ist des Gesetzes Erfüllung.“
Johannes Hansen
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