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SOS!

 

Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, so dass es sich mit Wasser zu füllen begann. (Markus 4,37)

 

Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt. Gern haben wir so gesungen. Nun ist das Schiff in Seenot, sagen die Leute im Hafen und winken uns zu. Lotsen bieten sich an, Rettungsboote zum Übersetzen in die Realität, die wir nun endlich akzeptieren sollen. Es sei doch lächerlich, draußen zu bleiben in einer Nussschale, bei so einem Sauwetter und – schaut euch doch an – mit so einer Mannschaft. Untergang muss nicht sein, sagen sie, und er bringt nichts, sagen sie, nur Tod und Ärger. Schließlich seid ihr Nichtschwimmer, um Himmels willen, das müsst ihr doch einsehen.

Wir aber schaukeln auf und nieder, haben natürlich Angst, wieso denn nicht, und bleiben doch tausendmal lieber beim Herrn, selbst wenn er so tut, als ob er schläft, Schläft er wirklich? Lasset uns jammern! Lächerliche Gesellschaft? Mag sein. Wir müssen euch, die ihr an Land seid, nichts beweisen. Wir bleiben bei dem, mit dem wir in diese missliche Lage geraten sind. Die Stabilität der Gemeinde erkennt man nicht an ihrer Ruhe, sondern an ihrer Christusnähe, auch wenn alles ein bisschen nervös wird. Ist der Herr im Sturm, dann sind wir eben mit ihm im Sturm. Ist der Herr im Untergang, dann sind wir eben mit ihm im Untergang. Wenn hier jemand Grund hat, SOS zu rufen, dann seid ihr’s.

 

Michl Graff

 




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