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Gottes Verheißung –

Abrahams Aufbruch

 

1. Mose 12,1-9 und 15,1-6

 

 

 

Und der HERR sprach... Mit diesen Worten beginnt die Vätergeschichte. Gott ergreift die Initiative. Sein Ruf an Abraham, einem alten Mann von 75 Jahren, beginnt mit der Forderung einer radikalen Herauslösung aus allen natürlichen Verwurzelungen. Abraham soll einfach alles hinter sich lassen - sein Land, seine Sippe, seine Familie - und sich der Führung Gottes vorbehaltlos anvertrauen. Wir Heutigen können kaum ermessen, welch ungeheure Zumutung in diesem Ruf Gottes an Abraham lag. Folgt Abraham diesem Ruf, so begibt er sich damit in absolute Unsicherheit und Rechtlosigkeit.

Aber der Befehl Gottes ist zugleich mit einer dreifachen Verheißung verbunden: Abraham soll das Land einnehmen, das Gott ihm zeigen wird und zu einer unzählbaren Nachkommenschaft gelangen. Schließlich soll er zu einer Quelle universalen Segens für alle Geschlechter auf Erden werden.

Und Abraham gehorcht tatsächlich - ohne Wenn und Aber. Er kommt in ein bereits bewohntes Land: Kanaan, Kernland des heutigen Staates Israel. Nüchtern betrachtet besteht keine Chance, dass Abraham und seine Nachkommen dieses Land einmal besitzen werden. Doch die Beziehung zwischen Gott und Abraham wird in der Fremde immer intensiver: Es ist ein Weg von Verheißung zu Verheißung, von Erkenntnis zu Erkenntnis, von Altar zu Altar.

In 1. Mose 15 spüren wir zum ersten Mal etwas von der Ungeduld Abrahams, dem die Zeit zwischen den Fingern zerrinnt, ohne dass eine der Zusagen Gottes bisher in Erfüllung gegangen wäre. Verständlicherweise möchte Abraham nun endlich ein greifbares Zeichen dafür, dass Gott seine Zusagen einlöst. Da schließt Gott einen Bund mit Abraham - zur Bekräftigung seiner Verheißungen. Freilich ist der hier geschilderte Bundesschluss ganz und gar einseitig: Allein Gott verspricht etwas; Abraham ist der Beschenkte.

 

Klaus Jürgen Diehl

 




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