David –
Israels strahlender Stern
2. Samuel 2,1-7 und 5,1-12
Obwohl Saul als König Gott und dem Volk dienen möchte, endet er als ein von Gott Verworfener. Er verwickelt sich schon bald in einen tragischen, weil letztlich unnötigen Konflikt mit David, in dem er seinen Konkurrenten und Widersacher zu erblicken glaubt. Sein Tod von eigener Hand ‑ er stürzt sich in einem aussichtslosen Kampf gegen die Philister in sein eigenes Schwert ‑ gehört zu den erschütterndsten Stunden in der Geschichte Israels.
Um so strahlender hebt sich auf der dunklen Folie des Schicksals Sauls die Geschichte vom Aufstieg Davids als seines Nachfolgers ab. In diesem Aufstieg erfüllt sich endlich, was Israel sich von der Zeit Abrahams an für seine Zukunft erhofft hatte: ein einiges Volk mit einem starken Führer unter dem sichtbaren Segen Gottes zu sein. Es ist kein Bruch, kein dunkler Fleck in diesem Aufstieg.
In unwiderstehlicher Kraft begegnet David einer Bedrohung nach der anderen und überwindet sie als ein Held. In weit blickender Klugheit weiß er die schwierigsten Situationen zu meistern und die Herzen seiner Gegner zu gewinnen. Aber zu seiner Kraft und Klugheit kommt noch etwas anderes hinzu: Man kann es geradezu mit Händen greifen, dass dieser König ein von Gott in besonderer Weise Gesegneter ist. Ja, er ist Gottes strahlendes Geschenk an sein Volk. Nie wieder wird Israel in seiner Geschichte noch einmal eine so helle Epoche erleben. Es überrascht daher nicht, dass David für Israel der Inbegriff des Königtums wird - und zugleich Vorbild für den für die Zukunft erwarteten Heilskönig, den Messias aus dem Hause Davids. In 2. Samuel 2,11 ff. wird der 30-jährige David - vielfach bewährt als erfolgreicher Führer einer Freischärler-Truppe - zunächst in Hebron von den Südstämmen zum König über den Landstrich Juda ausgerufen. Sechseinhalb Jahre später übertragen ihm dann auch die Nordstämme die Königswürde: So wird David in Personalunion König über Juda und Israel. In einem äußerst klugen Schachzug erobert er die auf der Grenze zwischen Nord- und Südreich gelegene Stadt Jerusalem und macht sie als Stadt Davids zur neuen Residenz.
Klaus Jürgen Diehl

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