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Ein König macht

reinen Tisch vor Gott

 

Psalm 51

 

Nie wieder in seiner Geschichte hat Israel einen politisch so erfolgreichen und glaubensmäßig vorbildhaften König gehabt wie David. Und trotzdem war auch das Leben dieses Königs von Schuld und Versagen überschattet. Psalm 51 spiegelt das rückhaltlose Bekenntnis eigener Schuld wider: Dieser König weiß, dass er gegenüber dem Maßstab der Gebote Gottes keine Ausnahmerechte in Anspruch nehmen kann, wie sie sonst die Machthaber dieser Erde für ihre moralischen Eskapaden so gerne für sich reklamieren. Nein, Ehebruch bleibt Ehebruch - und Mord bleibt Mord, auch wenn beides auf geschickte Weise eingefädelt wurde und die Mitwisser verschwiegen wie ein Grab sind.

 

Aber vor Gott gibt es kein Versteckspiel. So sagt der Prophet Nathan seinem König auf den Kopf zu, wo er sich gegen Gott und seine Nächsten versündigt hat (nachzulesen in 2. Samuel 12). Und David macht nicht einmal den Versuch, sein Verhalten zu entschuldigen oder gar zu rechtfertigen. Im Gegenteil! Ohne Wenn und Aber bekennt er seine Schuld vor Gott und bittet um sein Erbarmen. Nichts wird da beschönigt.

 

Ein König erkennt seine tiefe Schuldverstrickung, und er weiß, dass er nur eine Chance hat: dass Gott ihm vergibt und ihn nicht von seinem Angesicht verwirft. So macht er in einem ergreifenden Schuldbekenntnis reinen Tisch vor Gott und bittet um die Gnade des Neuanfangs.

 

Wahrscheinlich gehört gerade dies zu der Größe des Königs David, dass er sich vor Gott demütigen und ehrliche Scham über eigene Schuld empfinden kann. Wo wir Menschen bis heute immer wieder eigene Schuld beschönigen, verdrängen oder auf andere abwälzen, da steht David rückhaltlos zu seinem eigenen Versagen und gibt damit Gott in seinem Urteil Recht. Aber er weiß auch: Wo wir eigene Schuld bekennen und von Herzen bereuen, da dürfen wir mit Gottes vergebender Liebe rechnen.

 

 

Klaus Jürgen Diehl

 

 




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