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Stunde der Entscheidung

 

1. Könige 18

 

 

 

 

Zu den ältesten und eindrücklichsten Prophetengestalten des Alten Testaments zählt Elia. Der Alttestamentler Gerhard von Rad nennt ihn „eine Prophetengestalt von durchdringender geschichtlicher Leuchtkraft“. Elia hat wie kaum ein anderer Prophet den Glauben Israels bis in die Zeit Jesu hinein mitbestimmt. Seine leibhaftige Aufnahme in den Himmel (2. Könige 2) hat in Israel zu der Erwartung geführt, dass er eines Tages leibhaftig auf die Erde zurückkehren werde - als ein Vorläufer des Messias.

 

Elias großer Gegenspieler war Israels König Ahab, der zu allem Überdruss eine heidnische Prinzessin - Isebel - geheiratet hatte. Diese hielt nicht nur an ihrem heidnischen Baalskult fest, sondern förderte ihn auch in Israel nach Kräften, in dem sie 450 Propheten des heidnischen Fruchtbarkeits-Kultes unterhielt bzw. versorgte. In dieser Stunde der akuten Bedrohung des Glaubens der Väter tritt Elia auf. Er ruft die Menschen von überall her zu einer großen Volksversammlung auf den Berg Karmel. Dort soll sich in einer Art Wettstreit zwischen den Baalspropheten und Elia erweisen, welcher Gott denn nun der mächtigere sei und Verehrung verdiene. Die Ausgangslage könnte für Elia nicht ungünstiger sein: Einer gegen alle. Doch so sehr auch die Baalspropheten mit intensivem Beten, rituellen Tänzen und ekstatischen Beschwörungen ihren Gott bestürmen, Baal schweigt: „Da war keine Stimme noch Antwort noch einer, der aufmerkte“ (Vers 29).

 

Im Gegensatz dazu bittet Elia Gott mit ruhigen Worten um Erhörung und Annahme des Opfers. Und das Wunder geschieht. Gott bekennt sich zu seinem Propheten: Da fiel das Feuer des Herrn herab... (Vers 38). JAHWE selbst hat die Machtdemonstration auf dem Berg Karmel für sich entschieden. Doch während das Volk vor Jahwe niederfällt und ihn anbetet, wird an den Baalspropheten das alte Gottesrecht ausgeübt, wonach auf Götzendienst die Todesstrafe steht. Trotzdem hat die Geschichte noch einen versöhnlichen Schluss: Nach langen Jahren der Dürre lässt Gott es erstmals wieder regnen.

 

 

Klaus Jürgen Diehl

 

 




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