Nehemias Wiederaufbau- Programm
Nehemia 3,33 - 4,17
Aufgewachsen im Exil, erringt der Jude Nehemia schon bald am persischen Kaiserhof als Mundschenk, d.h. persönlicher Referent des Königs, eine einflussreiche Stellung. Doch weiß sich Nehemia weiter zutiefst dem Schicksal seines Volkes verbunden. Die Nachrichten, die er aus der Heimat erhält, sind deprimierend.- Zwar war der Tempel wieder aufgebaut worden, doch sind selbst Jahrzehnte später in Jerusalem viele Trümmer immer noch nicht beseitigt. Auf seine Bitte hin stattet ihn sein oberster Dienstherr Artaxerxes mit Vollmachten aus, um die seit 140 Jahren zerstörten Stadtmauern Jerusalems wieder aufzubauen. Bei diesem gewaltigen Aufbau-Programm stößt Nehemia etliche Hindernisse und Widerstände. Das fängt bereits bei der einheimischen Bevölkerung an, die dem als Emporkömmling verdächtigten Exil-Juden zunächst mit Skepsis begegnet. Als jedoch deutlich wird, dass es Nehemia nicht um persönliche Macht e und Ehrgeiz geht, ja, dass er selbst mit gutem Beispiel vorangeht, die Ärmel aufkrempelt und mit anpackt, gelingt es ihm, Männer aus allen Ständen und Kreisen für die praktische Mitarbeit zu gewinnen. Sogar die Priester legen Hand mit an - und selbst Kaufleute, Apotheker und Goldschmiede sind Sich nicht zu schade, Steine zu klopfen und auf dem Baugerüst zu stehen. Doch dann droht das Werk an äußeren Widerständen zu scheitern. Mit Sanballat und Tobija treten einflussreiche Gegenspieler auf den Plan, die in Nehemia einen politischen Konkurrenten sehen und den Wiederaufbau Jerusalems auf jeden Fall vereiteln wollen. Nehemia reagiert darauf mit einer Doppel-Strategie: Während die einen weiter an der Mauer bauen, liegen die andern bewaffnet auf der Lauer, um mögliche, Angriffe sofort zurückzuschlagen. Entscheidender aber als das Vertrauen auf die eigene Schlagkraft ist Nehemias Zuversicht, die er seinen Mitstreitern einflößt: Unser Gott wird für uns streiten (Vers 14). Darum ist auch das Gebet eine wichtige Waffe in diesem Kampf (Vers 3). Stand am Anfang der Arbeit die resignative Einschätzung „Die Aufgabe ist zu gewaltig. Wir schaffen es nicht!“ (vgl. Vers 4), so geschieht das Wunder, dass der Wiederaufbau der Mauer nach nur 52 Tagen (Nehemia 6,15) vollendet ist. Eine erstaunliche Leistung!
Klaus Jürgen Diehl

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