Unbenanntes Dokument


Der Siegeszug
des Evangeliums

 

 

Vor seiner Himmelfahrt gibt Jesus seinen Jüngern den Auftrag, das Evangelium in aller Welt zu verkünden und durch die Taufe das Volk Gottes aus allen Nationen zu sammeln. Doch verwirklicht werden kann dieser atem­beraubende Auftrag nur, weil Jesus sie an seiner Vollmacht teilhaben lässt und sie mit der Kraft des heiligen Geistes (vgl. Apostelgeschichte 1,8) aus­stattet.

 

Als am jüdischen Erntedankfest (weil es 50 Tage – griechisch = Pentecoste – nach dem Passahfest gefeiert wurde, heißt es im Deutschen "Pfingsten") der Heilige Geist über die in Jerusalem versammelte Jüngerschar kommt, beginnt sogleich der Siegeszug des Evangeliums: Aufgrund der ersten vollmächtigen Predigt des Petrus bekehren sich an einem einzigen Tag mehrere Tausend Menschen. Sie lassen sich taufen und schließen sich der kleinen christlichen Gemeinschaft in Jerusalem an. Doch mit dem unverhofften, rasanten Wachstum entstehen zugleich Herausfor­derungen und Probleme. Ganz selbstverständlich halten sich die ersten Christen auch weiter zum jüdischen Synagogengottesdienst und nehmen an den Opfern und Gebeten im Tempel teil.

 

Doch dann öffnen sich immer häufiger Nichtjuden der von den Aposteln verkündeten Botschaft. Auch sie möchten sich zum Zeichen der Zuge­hörigkeit zur Gemeinde taufen lassen. Damit entsteht ein großes Problem: Können Nichtjuden vollwertige Mitglieder der christlichen Ge­meinde werden, ohne zuvor durch die Beschneidung und Beachtung des jüdi­schen Gesetzes zum Judentum übergetreten zu sein? Es ist Paulus, der – als übereifriger Pharisäer auf dramatische Weise zum Glauben an Christus bekehrt – sich mit Leidenschaft dafür einsetzt, dass die Gojim – d. h. aus der Sicht der Juden: die Heiden – Christen werden dürfen, ohne zum Judentum übertreten zu müssen. Nach heftigen Widerständen strenger judenchristli­cher Kreise in Jerusalem findet Paulus mit seiner Auffassung schließlich die Zustimmung beim ersten Apostelkonzil in Jerusalem (Apostelgeschichte 15).

 

Durch die offizielle Legitimierung der gesetzesfreien Heidenmission breitet sich der christliche Glaube rasch im gesamten römischen Weltreich aus. Vor allem durch die rastlose Tätigkeit des Paulus mit seinen Mitstreitern entstehen zahlreiche, meist heidenchristliche Gemeinden. Die Apostel­geschichte des Lukas schildert auf lebendige, anschauliche Weise den Siegeszug des Evangeliums von Jerusalem bis Rom.

 

 

 

Klaus Jürgen Diehl

 

 




© Nachdruck und Veröffentlichung nicht gestattet. Nur zum persönlichen Gebrauch.
gott.net e. V., Am Denkmal 2, 48249 Dülmen Tel.: 02590-915 810
E-Mail: info@gott.net, Internet: www.gott.net
Spendenkonto: Nr. 88080 bei der KD-Bank Dortmund (BLZ 350 601 90).