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Ständig auf Sendung
und Empfang


Noch nie gab es so viel Kommunikation auf dieser Erde wie seit der Entwicklung und Nutzung des Internet. Ohne Pause rasen riesige Datenmassen um den Erdball. Es sind nicht nur Worte, auch technische Daten gehören dazu. Doch wer seinen Laptop vor sich hat, kennt die bekannte Suchmaschine Google. Unfassbar, was allein in diesem System verborgen und jederzeit abrufbar ist. Von Aal bis Zypresse, alles ist da. Nicht nur Gutes, gewiss, auch Böses und Gemeines. Wie es in der Welt zu finden ist und sogar in unseren Köpfen und Herzen stecken kann. Dennoch können wir uns der globalen Kommunikations-Welt nicht entziehen. Gerade die Kirchen und Christen müssen das neu lernen. Wer eine rettende und heilende Botschaft allen Menschen zu bringen hat, muss auch mit den Möglichkeiten der Technik arbeiten. Ich bin überzeugt, dass der Apostel Paulus, lebte er heute, manche Nachrichten an die Gemeinden über das Internet versandt hätte. Er würde auch telefonieren.

  

 

Ich maile gleich meinen Freund Erwin an, der sich gerade in Südkorea aufhält. Wir haben sofort Kontakt, ich, der Sender und er, der Empfänger, wir können uns schnell austauschen. Kommunikation ist Mit-teilung, wir teilen unsere Erfahrungen, Kenntnisse, auch Sorgen und Hoffnungen. Ich schreibe: „Lieber Erwin, Gott segne dich und deine Frau in Korea.“ Und schon ist der Segensgruß bei ihm. Und der Segen gilt, er ist keine fromme Phantasie.

  

 

Gott ist der größte Kommunikator. „Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.“ (Genesis 1, 3) So begann alles. Das ist keine naturwissenschaftliche Aussage, sondern ein Wort über Gottes Macht und Herrlichkeit. Gottes Wort ist nicht nur Information, sondern schöpferisches Geschehen. Was Gott spricht, das geschieht. Mit seinem Wort macht er sich uns bekannt und redet zu uns. Gewiss spricht er nicht akustisch von oben durch die Wolken zu uns. Er flüstert auch nicht phonetisch in unser Herz und Hirn. So können es sich die Kinder denken und sie dürfen es auch. Wir Erwachsenen wissen jedoch, dass es ein geistliches, ein spirituelles Geschehen ist. „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst (losgekauft), ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“ Dieses Wort aus dem Buch des Propheten Jesaja (43. 1) dolmetscht der „Geist Gottes“ in unser Menschenleben hinein. Auch wenn wir dankbar sagen: „Ich glaube an Gott“, werden wir ein Leben lang weiter Gott suchen dürfen und nach ihm fragen. „Suchet mich, so werdet ihr leben.“ (Amos 5,4) Das gehört zum Glauben, wie man ihn in der Bibel beschrieben findet. Gott bleibt für unser Denken stets ein Mysterium. Das ist nicht nichts, sondern ein Wort für das geheimnisvolle Sein des ewigen Gottes, das unsere Begriffe nicht begreifen können. Doch diesen unseren Gott dürfen wir „im Namen Jesu Christi “ anrufen und Gott „Vater“ nennen. Jesus hat uns diese Erlaubnis Gottes überbracht. So entsteht unser Rückruf auf den Anruf Gottes. Es entsteht ein sehr persönlicher Kontakt zwischen Gott und uns, uns und Gott. Kommunikation zwischen Gott und dem Menschen.

 

 

Das Wort Kommunikation meint mehr als unser Reden und Hören. Der ganze Mensch ist mit dabei. Unser Geist wird ein Wohnort des Geistes Gottes. Unser ganzes Leben, mit allem, was wir erleben, denken und fühlen wird zu einem Schwingboden des Kontaktes mit unserem „Vater im Himmel“. Und nun antworten wir Gott, der durch eine Predigt, ein Kernwort der Bibel, oder das Bekenntnis eines Freundes, einer Freundin bei uns ankommt. Wie auch durch große Freuden und tiefe Leiden.

 

  

Gott hat eine unbändige Sehnsucht nach dem Kontakt mit uns. Kommunikation hat mit Gemeinschaft zu tun. Communio sanctorum ist die „Gemeinschaft der Heiligen“, was nicht sündlose, sozusagen engelhafte Wesen meint, sondern ganz normale Frauen und Männer, die der Glaube an Gott in eine tiefe Verbindung zueinander gebracht hat. Ich war in Gesprächen mit nach Gott suchenden Menschen dabei, als ihnen plötzlich das Licht des Glaubens aufging wie die Sonne. Manchmal hatten sie sofort das Bedürfnis zu beten und wir sprachen miteinander ein Gebet. Vielleicht ein Vaterunser, oder ein kleines gestottertes Gebet. Macht nichts, die mag Gott besonders gern.

  

 

Gott ist ein großer Sucher und ein glücklicher Finder. Er freut sich wie jene orientalische junge Frau, die ihre verloren gegangene Münze wieder gefunden hatte. Sie gehörte in ihren Brautschmuck, den sie an der Stirn tragen wollte. Nun war er wieder beisammen, der Brautschmuck. So wird bei Gott Freude sein, sagt das Evangelium, wenn ein Mensch wieder zurück kommt zu ihm. (Lukas 15, 8 – 10)

  

 

Wir müssen miteinander reden.
                               – Gott

 

Warum ihn noch anschweigen?

 

Er ist ständig auf Sendung und Empfang.

 

Wir können es auch sein.

 

 

 

 

Johannes Hansen

 

 

 




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