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Gott ist
ein Sucher
und Finder.

 

 

Jesus war ein faszinierender Erzähler. Wer damals erzählen konnte, fand offene Ohren. Erzählen war die wichtigste Form der Kommunikation. Wir „Fernsehmenschen“ müssen das bedenken. Jesus erzählte nicht nur freundliche Geschichten zur Unterhaltung, auch wenn seine Erzählungen durchaus unterhaltsam waren. Jesus erzählte den Menschen das Evangelium in die Herzen und Köpfe. Wir erkennen es besonders an den „Gleichnissen“, die einen großen Teil seiner Verkündigung des „Reiches Gottes“ ausmachte. Also wer und wie Gott ist und wie wir Menschen wieder mit Gott zusammen kommen. Das war der Sound seiner Erzählungen.

 

Jesus predigte nicht in großen Kirchen, nicht zu Tausenden in großen Hallen. Er traf Menschen auf den Straßen, und Plätzen, unter schattigen Bäumen. Manche werden auch etliche Meilen mit ihm und seinen Jüngern unterwegs gewesen sein. Wie im Hause des Zöllners oder bei der Hochzeit in Kanaan wird er zu den Besuchern gesprochen haben. Gewiss gab es dabei klärende Rückfragen und auch die 12 Jünger beteiligten sich. Am Sabbat ging er in die Synagogen und erzählte wohl auch dort Gleichnisse.

 

In der Übersetzung „Gute Nachricht“, Lukas 15, 8 – 10 lesen wir: „Oder stellt euch vor, eine Frau hat zehn Silbermünzen und verliert eine davon. Zündet sie da nicht ein Licht an, fegt das ganze Haus und sucht in allen Ecken, bis sie die Münze gefunden hat? Und dann ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt zu ihnen: ‚Freut euch mit mir, ich habe die verlorene Münze wieder gefunden!` Ich sage euch: ‚ Genau so freuen sich die Engel Gottes über einen einzigen Sünder, der ein neues Leben anfängt.`

 

So also ist das schöne Evangelium, von Jesus selbst erzählt und es wird weiter und weiter erzählt bis heute, bis jetzt. Ich möchte den Fachleuten folgen, die von den „Zehn Silbergroschen“, auf den Brautschmuck einer jungen orientalischen Frau kommen. Sie trug die Silbermünzen an einem Band befestigt um die Stirn. Aus diesem Stirnschmuck war eine Münze verloren gegangen. So wird uns die Dramatik des Verlustes und die riesige Freude der Frau ganz deutlich. Der Brautschmuck hatte seine Würde und Schönheit verloren. Aber dann rief sie in ihrer Freude die ganze Nachbarschaft zusammen: „Freut euch mit mir.“

 

Mit dieser Alltagsgeschichte erzählt Jesus die Freude des Glaubens in mein Herz hinein. Man sprach nicht direkt von den Empfindungen des heiligen Gottes, sondern verhüllte die Aussage mit der Freude der Engel Gottes. Gemeint aber war, dass Gott sich freut, wenn seine Menschen wieder zu ihm zurückkommen. Man mache sich klar, was Jesus sagt: Gott selbst identifiziert sich im Gleichnis mit der Not und der Freude einer jungen Frau, deren Schmuck den Glanz verlor. Durch den Verlust der einen Münze verlor der ganze Schmuck seine Bedeutung. Gott ist in der Botschaft, die Jesus erzählt, ein leidenschaftlicher Sucher und Finder. Ihm macht seine ganze Welt eine Herzensnot, weil ihm viele von ihm erschaffene und geliebte Menschen fehlen. Sie leben ohne ihn und danken ihm nicht für seine Liebe.

 

Zu einfach dargestellt? Nein, Jesus war der Erfinder der Freudenbotschaft von der Liebe Gottes zu jedem von uns.

 

Wo stecken wir in diesem Gleichnis, das Jesus erzählte? Bin ich Gott verloren gegangen? Dann bin ich ein Verlorener, auf den Gott auf keinen Fall verzichten will? Ja! So hat Jesus das Evangelium in das Herz der Menschen hinein erzählt. Mich hat er so zu Gott gelockt. Wunderbar. So verlockt er uns weiter. Bis jetzt. In dieser Minute.

 

 

Johannes Hansen

 




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