Aha!
Ich aber baue auf deine Huld,
mein Herz soll über deine Hilfe frohlocken.
Singen will ich dem Herrn,
weil er mir Gutes getan hat.
Psalm 13,6
Die Lieder auf den Straßen: im Schunkelrhythmus. Die rote Nase nicht nur, weil wir frieren in dieser Zeit. Wir singen nicht, wir frohlocken. Dem Münchner Aloysius kam das Wort komisch vor, dabei kannte er das Repertoire vom Viktualienmarkt. Zum Frohlocken braucht man zwar nicht Narrhallamarsch und Prinzengarde – und ebenso wenig Toccata und Messdiener –, doch da sich der Prozessionsweg am Rosenmontag und an Fronleichnam nur teilweise unterscheidet, mag hier wie dort gottwohlgefällig frohlockt werden.
Für einen, der wie ich mit der Narrenzunft groß geworden ist, gehören Till und Chaplin, dummer August und Don Quichote zum engeren Kreis der Heimatheiligen. Bei uns daheim schreit man in den Gassen dieser Tage »Aha«. Auch darüber könnte man ins Grübeln kommen.
Die Dichter mögen die Narren. Nur das »Nutzlose überlebt«, schreibt Walter Helmut Fritz. Nur »die Narren / werden noch etwas ausrichten«. Und Heinrich Heine: »Ich, ein solcher Narr, ich liebe / Wieder ohne Gegenliebe! / Sonne, Mond und Sterne lachen, / Und ich lache mit –und sterbe«. Aha!
Michael Graff 
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