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Ich bleibe dir treu

                 – Gott

 

 

Als ich einen alten Mann, gebildet, weise, Christ, fragte, was die wichtigste Erkenntnis über Gott in seinem Leben geworden sei, antwortete er: „Die Treue Gottes.“ Er hätte noch viel von seinem Glauben an Gott sagen können, doch er brachte es auf diesen Punkt.

 

Die Treue Gottes meint nicht den Opa-Gott, der mit dem Rücken am Kachelofen sitzt, wie mein Opa Peter Lorenzen es gerne tat. Die Treue Gottes, die im ersten Teil der Bibel an vielen Stellen erzählt und bekannt wird, meint keine transzendente Gemütlichkeit, die vor sich hin dämmert. Der „lebendige Gott“, wie er in der Bibel genannt wird, hat seine Treue in der Geschichte des Volkes Israel immer wieder hart bewiesen. Unentwegt flirtete das Volk mit den Göttern der Völker rundherum. Die Fruchtbarkeitsgottheit „Baal“ mit ihrer sexualisierten Religion, vergiftete die Beziehung des Gottesvolkes zu Gott immer neu. „Baal“ war der Kult der totalen Diesseitigkeit. Es war die Frömmigkeit, bei der es keine Tabus zu geben brauchte, weder in sexueller noch in gesellschaftlicher Hinsicht. Pralle Welthaftigkeit und fette Lebenslust waren angesagt. Wahr war, was Spaß machte. Der „Baalismus“ ist in neuer Form die Religion der Moderne – wage ich zu sagen.

 

Doch Gott rief sein Volk durch die Propheten zur Umkehr und begann in seiner Treue immer wieder neu mit seinen untreuen Leuten. Der Prophet Hosea musste eine Hure heiraten und mit ihr Kinder haben. So wollte Gott zeigen, was mit Israel geschehen war und wie er sein Volk dennoch liebte: „Ich will mich mit dir verloben für alle Ewigkeit, ich will mich mit dir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Barmherzigkeit. Ja, in Treue will ich mich mit dir verloben, und du wirst den Herrn erkennen.“ (Hosea 2, 21 – 22) So ist Gott, immer wieder anders als wir denken. Doch seine Treue ist gehärtet durch sein Leiden an uns Menschen.

 

Die Treue Gottes erfüllt auch das Evangelium des Neuen Testamentes. „Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserm Herrn.“ (1. Korinther 1, 9) In der Gemeinde von Korinth ging manches „drunter und drüber“, doch der Apostel beginnt nicht mit der später folgenden Aufdeckung der Spaltungen und Unsitten. Er setzt allem voran das Wort: „Gott ist treu“. Christus heißt der „treue Zeuge“ (Offenbarung 3, 14), diesen Namen hat er durch sein Sterben für uns bekommen. Selbst wenn wir versagen, bleibt er uns treu. „Sind wir untreu, so bleibt er doch treu, denn er kann sich nicht selbst verleugnen.“ (2. Timotheus 2, 13) Alles, was zwischen uns und Gott kaputt gegangen ist, kann wieder gut werden. „Wenn wir unsere Sünden (Trennung von Gott) bekennen, ist er treu und gerecht und vergibt uns die Sünden und macht uns rein von aller Ungerechtigkeit.“ (1. Johannes 1, 9)

 

Viel Bibel heute, zugegeben, doch diese Worte sagen mehr als ich zu sagen vermag. Ich sage nur weiter, was zu sagen aufgetragen ist. Doch was machen Freundinnen und Freunde, die sich (noch) nicht als Christen bekennen, mit dieser Message? Nehmen Sie doch diese Information zum Nachdenken entgegen. Jeder kann sich doch auch einmal täuschen. Es ist für alle Fälle wichtig zu wissen, dass Gott uns treu ist, auch wenn wir uns von ihm (noch) fernhalten. Und wenn es der Rettungsring sein kann, den wir ergreifen können, wenn wir über Bord gehen. Und Christen, die diese tröstlichen Worte über den „treuen Gott“ und seine immer neue Treue durch Untreue missbrauchen, sollten sich schämen und Gott um Hilfe bitten.

 

 

 

Johannes Hansen

 




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