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Charles Darwin 1809 - 1882

Der Glaube
im Darwin–Jahr.

 

Im „Darwin–Jahr“ 2009 jagen sich die Meldungen. Aktuell wird in atheistischen Kreisen diskutiert, ob man das Fest „Christi Himmelfahrt“ nicht zu Gunsten eines „Evolutionstages“ abschaffen sollte. Eben weil Charles Darwin die Thesen von der „Entstehung der Arten“ veröffentlichte und so die Erforschung der Evolution vorangetrieben hat. Christen müssen es lernen, ihren Glauben auch im Kopf zu klären. Darum ist die Frage nach der Bibel im Blick auf die Schöpfung der Welt und des Universums durch den lebendigen Gott absolut wichtig. Die Glaubenden dürfen ja nicht dumm in der Landschaft herumstehen, wenn sie gefragt werden.

 

Die Zeugnisse des Buches Genesis gleich vorne in der Bibel sind keine naturwissenschaftlichen Berichte, sie wollen so auch nicht verstanden werden. Sie sind ein grandioses Glaubensbekenntnis, das Priester aus dem Volke Israel, die 500 vor Christus mit vielen „Weggeführten“ in Babel gefangen gehalten wurden, dort entworfen haben. Der biblische „Schöpfungsbericht“ entstand in einer von Schöpfungsmythen erfüllten alten Welt. Da gab es die Göttin Ascherat, die als „Erzeugerin der Götter“ geehrt wurde. Baal war der Fruchtbarkeitsgott, der in rauschenden Festen begeistert gefeiert wurde. Die sakrale Prostitution gehörte mit zum Ritual der großen Feste. Und vieles mehr.

 

Israel musste in dieser Lage gegen allen Götzendienst den „lebendigen Gott“ als den Schöpfer des Himmels und der Erde bekennen. So nahmen die theologisch klugen Priester allgemeine Vorstellungen zu Hilfe, reinigten sie radikal von heidnischen Motiven und schrieben das klar geordnete Zeugnis von der Schöpfung durch den einen und einzigartigen Gott nieder. Dieser Gott, der sie aus Ägypten in die Freiheit geführt hatte, den sie kannten und bekannten, stand im Mittelpunkt. Um ihn geht es auf den ersten Seiten der Bibel. Die Schöpfungsgeschichte Israels ist ein kämpferisches Zeugnis gegen alles Götzenwesen auf der Erde. Götter, Sonne, Mond und Sterne, Berge, Bäume, unsichtbare Mächte, brutale Machthaber, alles wurde entgöttert. Gott schuf „Himmel und Erde“ durch sein Wort. Der Mensch bekam den Auftrag: „Macht euch die Erde untertan.“ Nicht zur Ausbeutung, sondern zur Gestaltung der Möglichkeiten des Lebens. Hier haben die Wissenschaften, die Technik, die Kultur ihren Platz. Auch die Naturwissenschaften, in denen Charles Darwin damals tätig war. Er wollte nicht Gott abschaffen, er ging seinem Beruf nach. Nachgereichte Beleidigungen des Forschers helfen hier nicht weiter.

 

Kann man der Bibel glauben? Ja, ohne sie wüssten wir nichts von Gott. Ja, wir können sie im Glauben lieben. Ja, in ihr wird uns das Leben verkündet. Ja, doch wir glauben nicht „an die Bibel“, sondern an den lebendigen Gott, der in ihr bezeugt wird. Ja, weil alles in ihr hindrängt auf Jesus Christus, in dem der lebendige Gott sich uns endgültig bekannt gemacht hat. „Jesus Christus ist das eine Wort Gottes wie es uns in der heiligen Schrift bezeugt wird.“ (Barmer Theologische Erklärung von 1934) Bitte genau lesen, Jesus Christus ist in Person das Wort Gottes, so wird er in der heiligen Schrift bezeugt. (Johannes 1, 1 – 3, 14) Jesus Christus ist die Kernbotschaft von allem. Der Heilige Geist trägt das Wort in unsere Herzen hinein. Die Christenheit ist keine Buchreligion wie der Islam. Sie folgt Christus nach und versammelt sich „im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

 

Der christliche Glaube ist also kein mechanisch ablaufender Buchstabenglaube, der das Denken abschafft, sondern ein tiefes Vertrauen auf Gott, der uns in den Zeugnissen der Bibel anspricht, vor allem durch Jesus selbst. Die Christen vertrauen der Bibel nicht in einem magischen Sinne, wie man es von Zauberbüchern sagt. Gott hat Menschen berufen, die Erfahrungen der Offenbarung Gottes zu sammeln und zu ordnen. Die Bibel dient dem Glauben, der Anbetung, der Wegweisung im Leben und der Verkündigung der „Wahrheit des Evangeliums.“ So muss niemand meinen, dass er die Schöpfungsgeschichte „buchstäblich“ verstehen muss, doch darf er sie „wortwörtlich“ als das konkrete Wort Gottes an seine Adresse lesen. Und er wird die Bibel lieben lernen.

 

 

Johannes Hansen




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