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Diese Frage steht als Motto über dem „Deutschen Evangelischen Kirchentag“ in Bremen. Ein Gremium hat sich dafür entschieden, doch Gott hat diese Frage gestellt. Wer diese Frage über alles setzt, war mutig, hat viel gewagt.  Denn Gott lässt sich nicht zum Begriff machen, er ist kein theologisches Produkt, schon gar nicht lässt er sich manipulieren und für unsere Zwecke einsetzen. Bereits diese Versuche werden von der Frage „Mensch, wo bist du?“ konterkariert. Doch es ist eine gute Frage, Gott will uns nicht los sein, wir müssen nicht Gott los sein. Auch in Bremen nicht. Nirgendwo.

 

Die Frage Gottes erscheint in der langen Erzählung der Kapitel 2 und 3 des Buches Genesis, ganz vorn in der Bibel. Wer wissen will, was ist, der lese Öffnet internen Link im aktuellen Fensterhier nach. Das Format von gott.net zwingt zur Konzentration. Darum sei auf den Punkt gebracht, was wesentlich ist. Im Garten Eden ist die größte Katastrophe der Menschheit passiert, so erzählt diese Glaubensgeschichte. Kein historischer Bericht, sondern das Zeugnis von Gottes Beziehung zu uns und unserer Beziehung zu Gott. Von allen Bäumen des wunderbaren Gartens dürfen sie essen, Adam und Eva. Gott ist ein unübertroffen generöser Gastgeber, der sich freut, wenn seine Menschen sich freuen. Nur von  dem einen geheimnisvollen Baum sollen sie nicht essen, es wird tödlich sein.  Es ist der Baum, der Gott ganz allein gehört, die Grenzziehung zwischen Gott und seinen Menschen. Doch die Schlange zischt und flüstert: So streng ist Gott doch nicht, nehmt und esst und: „Ihr werdet sein wie Gott“, also göttlich. Ihr werdet alles wissen und also Macht bekommen, euer Leben  autonom, freiheitlich zu gestalten. Sie nehmen und essen von diesem  Baum und stürzen ab.

 

Sündenfall“ heißt die Geschichte, Abfall von Gott, Absturz in das Verhängnis des Lebens jenseits von Eden. Ab nun ist der Mensch der Chef seines Lebens. Der Wahn göttlich sein zu können erweist sich als Lawine, die alles mit nach unten reißt. Es gibt Folgeerscheinungen wie bei einer Seuche, die um die ganze Erde und in alle Herzen geht. Ungerechtigkeit auf Erden, Ausbeutung der Schöpfung,  hungernde Völker, Kriege, zerbrechende  Liebe, menschenverachtende Ideologien, Genmanipulationen, Gier der Reichen, wachsende Armut im wohlhabenden Land, Verdunstung der Ehrfurcht vor Gott. Der ganze Jammer auf Erden hat in der Trennung von Gott seine Ursache. Darüber wird man in Bremen reden.

 

Doch Gott gibt seinen Menschen nicht auf. „Adam“ (hebr.)  ist zunächst eine Gattungsbezeichnung für den Menschen. Wenn Gott uns ruft, dann wird jedoch aus dem allgemeinen Namen „Adam“ Ihr Name und mein Name. Ganz existentiell und persönlich. Gott hat mich bei meinem Namen gerufen.

 

Gott geht durch den Garten Eden und sucht und ruft,  bis er uns findet. Gott leidet unter der Not des Menschen, der göttlich sein will und daran scheitert. Und er sucht und ruft auch in Bremen und überall auf der Welt  Gott mag nicht ohne uns Gott sein. „Wo bist du, Mensch?“ ist eine große Liebeserklärung Gottes. Gott liebt uns zurück in die Beziehung zu ihm. Dafür steht Jesus mit seinem Evangelium, seinem Sterben und Auferstehen für uns. Der Gekreuzigte lebt, dass ist unsere Lebensrettung.

 

So kann das Leben neu beginnen. In Bremen und überall, wo ein Mensch sich öffnet für Gott.

 

 

 

Johannes Hansen




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