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Frohe Pfingsten

 

 

Pfingsten ist ein Freudenfest. Wer die Worte über den Heiligen Geist im Neuen Testament liest, wird es rasch merken. Vor allem im temperamentvollen Bericht, den der Arzt Lukas am Anfang der Apostelgeschichte erzählt hat. Von Wind und Feuer ist die Rede, ekstatische Begabungen explodieren sozusagen. Die Gläubigen reden in anderen Sprachen, die von den Touristen aus den Völkern verstanden wurden. Manche meinten gar, dass die „Begeisterten“ zu viel Wein getrunken hatten.

 

Mit der Freude haben die Christen heute nicht selten Probleme. Sie sitzen in Holzbänken, haben Kniestützen für das Gebet vor sich. Sie sehen ständig nach vorne, denn dort geschieht offenbar, was den Gottesdienst ausmacht. Sie selbst singen und beten und bekennen in einer geordneten Liturgie, die Regie führt der Pfarrer ganz vorne. So wird es empfunden. Der heilige Geist ist jedoch nicht nur einigen Auserwählten, sondern allen Christen geschenkt. Und nicht nur für den Gottesdienst, sondern für das ganze Leben. Der Geist Gottes schenkt Gewissheit, er führt die Christen zusammen, er macht sie zu Botschaftern des Evangeliums, er erfüllt sie mit Freude. Auch unter ungünstigen Bedingungen ist er bei ihnen. Die frühen Missionare wurden aus einer Stadt vertrieben. Doch folgte keine Depression, sondern „sie wurden erfüllt von Freude und heiligem Geist.“ Apostelgeschichte (13, 52) Der Geist Gottes ist wetterfest. Doch was passiert bei uns? Sind wir auch erfüllt mit Freude? Oder nur ein wenig angemacht?

 

Es geht die Rede um, dass die Katholischen mehr Freude an der Freude haben als die Evangelischen. Sie feiern unbefangen die Volksfeste mit, grübeln nicht ständig über die Richtigkeit ihres Glaubens, sondern sehen vieles entspannter, so meint man. Die Evangelischen seien unruhiger, sie problematisieren gerne, sagt man, die Freude kommt bei ihnen nicht so recht durch. Beides sind Klischees, doch für beide gilt die Frage, was denn den Geist Gottes bremst. Es geht ja nicht um Lustigkeit, sondern um ein erneuertes Leben. Vielleicht brauchen wir den Geist, dass er bei uns wie ein Besen „auskehrt“, damit er dann mit seiner Freude „einkehrt“.

 

Es liegt auch an uns, dass wir den guten Geist Gottes in unser Leben einlassen. Er bricht nicht ein, er wirbt um uns. Jesus hat gesagt, dass jeder um den Geist Gottes bitten darf, denn Gott gibt ihn gerne. Das gilt nicht nur für die traditionell Gläubigen, sondern für jeden Heiden, der sich nach der Freude des Glaubens sehnt und nach der Einkehr Gottes in sein Leben.

 

Lassen wir ihn doch ein. Er heilt uns von tief innen. Er treibt aus und kehrt ein. Er ist ein ausgesprochener Freund der Vernunft, darum heilt er sie. „Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“

 

 

 

Johannes Hansen

 

 




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