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Herrlichkeit im Zwielicht

 

 

Alles, was du uns getan hast, o Herr, das hast du nach deiner gerechten Entscheidung getan. Denn wir haben gesündigt, wir haben dein Gesetz übertreten. Verherrliche deinen Namen und rette uns nach der Fülle deines Erbarmens.

 

vergl. Daniel 3,31-42

 

 

Meine Wege sind nicht eure Wege. Meine Gesetze sind nicht eure Gesetze. Eure Gesetze sind Kompromisse. Eure Gesetze sind variabel. Eure Gesetze sind gut, wenn es gute Gesetze sind, aber sie sind nie meine Gesetze. Vergesst das nicht, wenn ihr euch anschickt, die Exekutive zu stärken.

 

Du aber hörst unser Stöhnen, seufzt da das bedrängte Herz. Uns ist das alles nicht ganz klar, Herr. Deine Gesetze, Herr, unsere Gesetze, Herr, unrein, unrein! Sogar die Bischöfe räumen ein, dass es nicht klappt mit unseren guten Absichten. Die Ehen, die Scheidungen, die Kinder, die Schulden, die Einsamkeiten, erbarme dich unser!

 

Mein Erbarmen ist nicht euer Erbarmen. Mein Erbarmen ist größer, unsagbar groß. Wäre euer Erbarmen meinem Erbarmen nachempfunden, wie leicht wäre es, meine Gesetze zu halten. Und ihr bräuchtet kaum Richter, kaum Anwälte, kaum Polizisten, vielmehr Ärzte und Seelsorger, Erzieher und Lehrer, Schwestern und Brüder.

 

 

Michl Graff

 




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