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„Wort zum Montag“

Nein, ich will nicht mit Otto Waalkes konkurrieren, dessen mit pastoraler Inbrunst vorgetragene Blödelei unter gleichem Titel manchen noch bekannt sein mag. Gut gemacht hat es Otto, ich empfehle diese Nummer allen Pastoren, sie kann abschreckend und zugleich heilend wirken. Auch für Chefs und Studienräte geeignet.

Das „Wort zum Sonntag“ mag manche zum Bierholen, oder zum synchronen Toilettengang animieren, andere freuen sich darauf. Doch ein „Wort zum Montag“ kann so etwas wie ein Rückruf zur Realität, eben zum total normalen Alltag sein. Morgens schrillt der Wecker, dann beginnt das Rennen. Nicht alle sind pensioniert, die meisten der Leser müssen in die Firma, ins Büro, in die Schule oder Universität, in die Kliniken, die Praxen - die Frauen mit dem Beruf Mutter nicht zu vergessen. Ich breche hier ab, man zähle sich selbst hinein in die  nicht endenden Reihen von Berufen und Situationen.

Es muss nicht unbedingt der „graue Alltag sein“, ich darf den neuen Tag und die neue Woche auch als ein Angebot neuer Chancen verstehen. Man kann es auch bewusst wollen, sozusagen trainieren. Nicht „guten Morgen, liebe Sorgen“, sondern guten Morgen, ihr Menschen, die ich heute treffe. Guten Morgen Leben, das mir auch heute neu geschenkt wird. Es gibt Bücher, die unter dem Begriff „positiv Denken“ Antrieb geben wollen. Es ist erstaunlich, wie diese Bücher die wirklich harten Lebensnöte elegant umgehen. Doch der Gedanke kann Anregung für ganz eigene Wege durch die Woche geben. Ich will auf jeden Menschen freundlich zugehen, weil ich ihn ihm ein Kind des Schöpfers sehe. Ich will als ein Christ stets den riesigen Vorschuss Liebe bedenken, den Jesus auf jeden Menschen gelegt hat.  Dadurch werden sie „liebenswürdig“ und ich kann den Versuch wagen, mit ihnen entsprechend umzugehen. Auch mit dem gar nicht so freundlichen Kollegen. „Jeder Mensch ist einen Christus wert“ hat jemand gesagt. Das setzt Standards. Ob sie ihren Vater in der Klinik besuche, wurde eine junge Frau gefragt. „Ist doch Standard“ war die Antwort.

„Mein Gott ist immer schon vor mir da“ – ein prima Gedanke. Und nun auf in diesen Tag!

Johannes Hansen