Ostern feiern
Das Osterfest ist für viele eine seltsame Veranstaltung. Man kann ihm nicht ganz ausweichen, denn immerhin gibt es zwei Tage frei und das ist doch schon mal was. Ab Karfreitag kann man sich auf die Autobahn begeben, in die Berge oder ans Meer fahren oder auch zu Tante Frieda in Buxtehude. Die Kinder freuen sich auf die Ostereier, die sie im Garten suchen können und wenn es regnet, dann unter dem Sofa und in Mamas Nachttischschublade.
Nun weiß jeder einigermaßen gebildete Bundesrepublikaner, dass die Christen an Ostern das Fest der Auferstehung Christi von den Toten feiern. Sie behaupten, bezeugen ist besser, dass der Gekreuzigte lebt. Dies hat man weder im Vatikan noch in Luthers Wittenberg erfunden. Es steht in den Ostergeschichten aller vier Evangelien. Es lohnt sich, diese Berichte bei Matthäus, Markus, Lukas und Johannes jeweils am Ende der Bücher nachzulesen. „Da kann man aber vom Glauben abfallen“, meinte jemand, weil er entdeckte, dass die einzelnen Geschichten nicht deckungsgleich sind. Mich überzeugt gerade das, weil ich merke, dass die Berichte in einer tiefen Betroffenheit geschrieben und weitergegeben wurden. Man hätte die Manuskripte ja irgendwann redigieren können, doch das geschah bewusst nicht. Alle haben diesen einen Kern: Jesus Christus ist auferstanden und lebt. Seine Existenzweise lässt sich nicht wissenschaftlich analysieren, schon der Gedanke ist absurd. Das Wunder aller Wunder entzieht sich allen Analogien. Er war mal hier, mal dort, kam durch die Wand zu den Jüngern, die in einem geheimen Raum depressiv beisammen saßen. „Friede sei mit euch“, sagte er und gab ihnen den Auftrag zur Mission. „Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen“, wird berichtet.
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