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Haben Sie einen Freund?
In unserer Küche klebt ein Button mit einem Magneten an der Abzugshaube über dem Herd. „Ein Freund ist ein Mensch, der dich mag, obwohl er dich kennt.“ Autor unbekannt, doch dieser Satz hat es in sich. Ich brauche einen Freund, mit dem ich über Erfahrungen und Probleme reden kann, die ich einem anderen nicht erzählen würde. Ein Freund hält mich, verrät mich nicht, er schützt mich vor Gerüchten, stellt sich vor mich. wenn es schwierig wird. Jeder hat seine Schwächen, vielleicht auch peinliche Erinnerungen aus der Vergangenheit und Ängste, was die Zukunft angeht. Die freundschaftliche Offenheit in Verschwiegenheit kann für berufliche Nöte, für Schulprobleme, für Liebeskummer und sexuelle Nöte gelten, doch das alles auch umgekehrt im positiven Sinne. „Wie du mir, so ich dir.“ Der Freund mag mich, auch wenn er mich kennt und ich ihn ebenso.
Gehen wir einen enorm wichtigen Schritt weiter. Das Johannesevangelium überliefert ein Jesuszitat, das alles auf den Kopf stellen kann. „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.“ (Johannes 17, 14) Jesus bietet uns seine Freundschaft an. Ein vielen völlig unbekannter Ton in der Musik des Evangeliums. Doch was meint Jesus? Muss ich mir seine Freundschaft verdienen, in dem ich tue, was er „gebietet“?
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