
Er hieß Theodor. Doch alle nannten ihn Theo. War ja auch viel handlicher. Nur wenn’s Ernst wurde, früher, nannte ihn seine Mutter Theodor. Wenn sie genervt und verärgert war. Wenn eine Standpauke nahte.
Seine Frau hat das später übernommen.
Doch meist ist er bei ihr nicht einmal Theo. Seine Frau hat ihm einen anderen Namen gegeben. Einen eigenen, ganz privaten Namen. Einen, den nur sie kennt. Weil nur sie ihn so besonders gut kennt.
Theo ist nur Theodor, wenn’s Ernst wird. Zuhause. Und bei Behörden.
Und was sagt Gott? Theodor, werden manche sagen. Schließlich denken sie, Gott wäre so etwas wie der himmlische Oberbehördenchef. Distanziert und offiziell. Und immer ein bisschen genervt und verärgert.
Doch Gott sagt Theo. Und hat vielleicht sogar einen ganz speziellen Kosenamen. Den nur er kennt. Denn er steht Theodor ganz nahe. Ein bisschen näher sogar noch als seine Frau.
Illustration: Christian Habicht | Text: Jürgen Werth | © gott.net
