Paul Deitenbeck, jahrzehntelang Pfarrer im westfälischen Lüdenscheid, hat die Kollektensammlungen in seiner Kirche stets unerwartet und originell formuliert. Weil er selbst ein ausgesprochen großzügiger Mensch war, durfte er auch andere um ihr Kleingeld bitten. Einer seiner schönsten Sätze ging so: „Wenn sie doppelt so viel geben, wie sie sich vorgenommen haben, geben sie genau halb so viel, wie Gott von ihnen erwartet!“

Die Begründung war klar: Wir haben einen reichen Gott. Der teilt seinen Reichtum mit uns. Hält nichts zurück. Er schenkt uns seine bedingungslose Liebe. Seine ungeteilte Zuwendung. Sogar seinen Sohn. Da dürfen wir nun nicht knickerig sein, wenn’s um seine Sache geht. Um Menschen, die in Not sind. Um Projekte, die ein Licht anzünden in der Dunkelheit der Gesellschaft.

„Wir haben einen reichen Gott!“ sagte Paul Deitenbeck zuweilen. Und fügte dann schmunzelnd hinzu: „Und sein Kleingeld steckt in den Taschen seiner Kinder.“

Und das hat er auch noch selber hinein geschoben.

Illustration: Christian Habicht | Text: Jürgen Werth | © gott.net