
Beten ist reden. Wie mir‘s ums Herz ist. Wie mir der Schnabel gewachsen ist. Alles darf ich Gott sagen. Muss nicht erst überlegen, ob er versteht. Oder gar die Nase rümpft, weil er so etwas nun wirklich nicht erwartet hätte.
Gott sieht ja, was ich denke, was ich fühle, wovon ich träume, wovor ich mich grusele. Ihm kann ich nichts vormachen. Ihm muss ich nichts vormachen. Also kann ich’s ihm auch sagen. „, Vertraut ihm zu jeder Zeit, liebe Leute! Schüttet euer Herz vor ihm aus!“ rät ein alter Bibeltext.
Das Herz ausschütten tut sooo gut!
Aber wir sollten dann auch mal still sein. Ihn zu Wort kommen lassen. Damit er uns was Liebes sagen kann. Oder was Kritisches. Was dann aber auch was Liebes ist. Weil er uns mehr liebt als irgendein Mensch. Weil er Lösungen weiß, wo wir vor einer Wand stehen. Weil er unser lieber Vater ist. Und unser Gott.
Beten ist reden.
Und hören.
Illustration: Christian Habicht | Text: Jürgen Werth | © gott.net
