Jürgen Werth: Gott fängt klein an |

Ze Roberto: Gott hat mein Leben verändert |

Renate Wunstorf/Frank Ley: Gott der Schöpfer |

Johannes Hansen: Ich verlasse mich |

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Harald Schmidt: Ich glaube an die Auferstehung |
Hans Apel: Gott hört mich an |
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| Meine Freunde meinen, im Innersten meiner Seele sei ich naiv. Ich glaube, dass Jesus für mich gestorben ist. Gott hört mich an, wenn ich zu ihm spreche. Ich bin der „verlorene Sohn“, auf den Gott wartet. Er ruft mich bei meinem Namen. Ich bin sein. Wenn ich sterbe, ist der Eine bei mir. Natürlich verletze ich immer wieder seine Gebote, seine Vorgaben. Doch er verzeiht mir.
Das halten die „Aufgeklärten“, die „Nicht-Naiven“ für Humbug. Irgendeine Religion, selbst gezimmert, haben sie natürlich auch. Als ich vor einiger Zeit bei meiner Autowerkstatt anrufe und frage, „ob unsere Karre fertig sei“, antwortet man mir: „Reden Sie nicht so, auch Autos haben eine Seele!“
Für unser Auto wäre das schlecht. Denn bei der Verursachung von Blechschäden verfüge ich über eine gewisse Virtuosität.
Was ist das, was die Menschen glauben? Überzeugte Atheisten, die an gar nichts glauben, auch nicht an Amulette und Astrologie, sind die Minderheit. Die Vielen glauben mal dies und mal das. Die Fachleute bezeichnen das als „Patchwork-Religion“, also eine Art in Heimarbeit hergestellter Flickenteppich, der im Laufe des Lebens auch neuen religiösen Herausforderungen angepasst werden kann. Eins aber darf diese Art von Religion nicht: die eigenen Lebensziele, den individuellen Spielraum einengen. Und damit sind diese religiösen Gefühle, die auch vorübergehend ad acta gelegt werden können, um dann später in vielleicht anderer Form wieder aufzutauchen, nicht geeignet, unserem Leben in ernsten Zeiten Halt und Orientierung zu geben.
Christus antwortet auf unsere Fragen. Doch seine Antworten sind so schrecklich unbequem. Umkehr, wer will das schon? Also die eigenen Antworten finden. Das mag reichen, solange alles gut läuft. Doch spätestens der Tod beendet diese „Selbst-Medikation“. Deswegen wird dieses unabweisbare Schicksal aus den Gesprächen und den Gedanken der Menschen verdrängt. Nichts ist so peinlich und unwürdig wie eine Abschiedsfeier von einem Verstorbenen, bei der Jesus nicht anwesend ist. Hoffnungslose Trauer und Klamauk verbinden sich zu einer für mich ungenießbaren Melange.
aus: >>> Hans Apel, Volkskirche ohne Volk
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Johannes Broxtermann: Modell der Liebe |
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| „Du musst aber ganz schön einsam sein“, schreibt eine achtjährige in den „Kinderbriefen an den lieben Gott“. Sie hat da so ihre Vorstellungen. Doch Gott ist nicht einsam. Die Christen sprechen vom „dreifaltigen Gott“ und verkünden nicht die einsame, sondern die „gesellige Gottheit“.
Die anderen Religionen machen da nicht mit. Sie sind mono- oder polytheistisch, glauben an einen Gott oder an viele Götter. entweder – oder! Der Monotheismus wird heute in politischen und kulturellen Debatten gescholten; die Kritiker wittern Intoleranz, Rechthaberei und die Lust auf Kreuzzüge. Der radikale Islamismus zum Beispiel sei nur konsequentes Ausleben der Schwächen und Gefährdungen, die der Monotheismus in sich trage; er sei monoton und überholt wie die Monarchie und der Monolog in demokratischen, dialogischen Zeiten.
Christen haben keinen Grund, den Glauben an den dreifaltigen oder dreieinigen Gott zu verstecken. Im Gegenteil! Einer beziehungsarmen Zeit wird ein beziehungsreicher Gott vorgestellt. Die möglichen Einseitigkeiten und Schwachstellen des Monotheismus werden damit vermieden; Gott ist kein einsamer unnahbarer Monarch, sondern lebt sozusagen in „Wohngemeinschaft“. Kommunion – das ist sein Wesen. Gott ist Liebe, weiß die Bibel: Liebe, die sich mitteilt, die aus sich herausgeht in die Schöpfung wie in die Geschichte der Menschen hinein. Ein „geselliger Gott“: Liebe strömt zwischen dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Dieses göttliche Modell der Liebe tragen wir in uns. Wir sind nicht gedacht als einsame, in sich verschlossene Individuen, sondern als Ebenbild des dreifaltigen Gottes – als Personen. Person wird man am anderen – im Miteinander und Füreinander. Ohne den anderen könnte ich nicht sein. Ohne die Beziehung der Liebe wäre ich nicht und nichts. Dazu gehört auch, dass man das Andere/den Anderen respektieren und schätzen kann. Wenn alle gleich wären – wie schrecklich! Dann brauchte keiner den anderen. Erst „der Andere“, der ungleich ist mit uns, kann uns herausfordern, ergänzen, korrigieren. Und so entsteht Einheit: In großer Vielfalt, im Miteinander, im Austausch und in der Ergänzung, - in der Familie und in der Kirche. Überall wirkt das göttliche, dreifaltige Modell der Liebe weiter.
Am Schluss noch mal der Kindermund. „Malt ein Bild von Gott“, bittet der Religionslehrer in der Grundschule. „Kann ich nicht“, sagt ein Junge, ich habe heute keinen Goldstift dabei“. „Ich nehme alle Farben“, meint ein anderer, ganz bunt soll das Bild werden. Ein buntes, vielfältiges, „dreifaltiges“ Bild. Vielleicht ist unser persönliches Gottesbild nicht so vielfarbig, sondern nur in Gold oder in Schwarz-Weiß. Aber der Geist der Wahrheit hat seine Wege, uns „in die ganze Wahrheit zu führen“.
Johannes Broxtermann |
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