Die Bibel sollte kein Buch mit sieben Siegeln sein. Sie finden hier eine Serie, die Sie zu den wichtigsten Stellen der Bibel führt. Von Adam und Eva bis zur Offenbarung geht es auf eine Entdeckungs-Reise durch die Bibel. (>>>Übersicht<<<)
Wort für die Woche
Das Thema
Schon geimpft?
Die Zeitungen sind voll vom Thema Schweinegrippe. Offenbar hat man in erstaunlich kurzer Zeit schon den wirksamen Impfstoff entwickelt. Ständig liest man von geplanten Impfaktionen. In den USA, doch auch in Deutschland. Man will ganzeBevölkerungen immunisieren.
Der Begriff „Impfung“ ist schon seit langem in den allgemeinen Sprachgebrauch aufgenommen worden. „Den habe ich geimpft“, sagt ein Vertreter, der den Kunden gegen einen anderen Anbieter immun, also unempfänglich machen wollte. Vielleicht hat er es über den Preis versucht. Man kann sogar auf politischer und kultureller Ebene von Impfungen sprechen, wie man ja auch von Gehirnwäsche spricht. Da tauchte in der deutschen Geschichte die Ideologie des Nationalsozialismus auf und verwüstete den Geist eines ganzen Volkes.
Auf stillere Weise gibt es das auch im Christentum. Ich denke hier an jenes bürgerliche Christentum, wie der Däne Sören Kierkegaard es aufgedeckt hat.Man hält Jesus für eine bedeutende Gestalt der Weltgeschichte und bejaht die kulturelle Bedeutung der Kirchen. Ein kleines bisschen Christentum macht immun gegen Christus selbst. Man nimmt das Evangelium mitsamt Jesus positiv in sein Denken auf, bringt sich theologisch auf den Stand der FAZ und ist dabei. Jesus kennt man auf Distanz, er bedeutet im Innersten des Lebens nichts. Viele sind ohne eigene Initiative hineingeraten in dieses System, sie sind gleichsam Erben. Schon Luther sprach von einem „historischen Glauben“, er meinte die allgemeine und unverbindliche Anerkennung des Glaubens.So läuft diese „Impfung“ geradezu geschichtlich ab. Ein bisschen Jesus macht immun gegen den Glauben und ein Leben in der „Nachfolge“. Man praktiziert das Christentum der „billigen Gnade“, wie der Märtyrer Dietrich Bonhoeffer es genannt hat. Er hat das hier beschriebene Phänomen leidenschaftlich auch in der Christenheit aufgedeckt. Kierkegaard und Bonhoeffer haben in ihren kritischen Beobachtungen eine gewisse Nähe zueinander. Durch diese religiöse Gemengelage sind Unzählige resistent geworden gegen den im Evangelium gemeinten Glauben.Leider sind auch die Kirchen an der Entkräftung des Glaubens beteiligt, wenn sie die „Wahrheit des Evangeliums“ nicht überzeugend predigen und leben und die „Botschaft“ zu oft wieEinpackpapier für Tagesthemen verwenden.
Es gibt Menschen in unserer Gesellschaft, die sich sehnen und nach einem ganz neuen Zugang zum Glauben an Jesus Christus suchen. Ich rate zum Lesen der Bibel, nicht im Sinne einer Leistung, sondern als Lesung einer Landkarte zurück zu Gott.Ich ermuntere zum ganz persönlichen Gebet, das jemand im Verborgenen übt und zusammen mit anderen in „Räumen des Glaubens“. Es können Gottesdienste sein, doch auch Gruppenkontakte mit Freunden, die sich auf den Weg machen. So weicht die Narkose der Christentums-Impfung und wir werden dankbare und engagierte Christen. Wir wünschen uns gegenseitig einen guten Weg und: Komm gut an.
Ist das wirklich ein Geschwür, eine lebensfeindliche Krankheit: die Wucherung der Gedanken? Ich weiß schon, Herz ist Trumpf. Auch die Intellektuellen wollen den Himmel fühlen, suchen religiöse Streicheleinheiten, Wärmezonen, Glauben als Schlafsack. Und da sie wirklich frieren, habe ich keinen Anlass, ihr Bedürfnis zu verspotten. Wie kommt es, dass mir warm ums Herz wird, wenn ich nachdenke über Gott und Welt? Selten entdecke ich Neues, doch niemals handelt es sich um die reine Wiederholung. Ich liebe Spaziergänge, den gewöhnlichen Weg. Mein allzeit flüchtiger Glaube. Nachdenklich hole ich ihn ein. Verständnis setzt Verstand voraus. Jesus liebte die Verständigen.
Nie hat es mich sonderlich gelockt, dumm zu werden oder hohl, auch wenn manche behaupten, man müsse sein Denken aufgeben und ganz leer werden, damit Gott so einziehen könne. Falls der Höchste allen Ernstes an einem solchen Einzug interessiert sein sollte, findet er bei mir eine möblierte Wohnung vor, keine nackte Zelle.
"Sorgt nicht um euer Leben" - was heißt das? Nun, es bedeutet zuerst eine schier unglaubliche Freiheit von der Lebensangst. Der Mensch, der Jesus Christus begegnet ist, kann mit seiner Furcht fertig werden. Aber Furchtlosigkeit heißt nicht Lethargie, nicht Resignation, nicht Wurstigkeit. Freiheit von dieser Angst heißt durchaus im Getümmel stehen, handelnd, Partei ergreifend, aber zugleich wissend, Partei, Auseinandersetzung, Leistung, Karriere, das Altwerden, der Tod - das ist nicht das Letzte, nicht das Ziel, nicht die Mitte und der Sinn. Freiheit von Lebensangst, von kleiner bedrückender, auf den Tag schauender Sorge ist die königliche Freiheit der Kinder Gottes.