Die Dunkelheit weicht
Es ziehen dunkle Wolken über das Land. Nicht nur am Herbst- und Winterhimmel, sondern auch im politischen und wirtschaftlichen Leben. Die ganze Völkergesellschaft lebt zurzeit in einer Weltwirtschaftskrise.
In den vergangenen Wochen lebten wir wie unter einer düsteren Wolke. Sie trug den schweren Namen Depression. Der Tod des Torwarts Robert Enke vom Club Hannover 96 machte auf die weit verbreitete seelische Krankheit aufmerksam. Sie darf nicht tabuisiert werden, immer wieder wird es betont. Noch heute Morgen las ich Leserbriefe in der Zeitung, die zum Teil erschütternd waren. Eine dunkle Wolke in den Seelen Unzähliger.
So ausgefranst die Begriffe auch sein mögen, in einer Leistungsgesellschaft darf man nicht schwach sein, denn mangelnde Leistungsfähigkeiten sind sogar für klitzekleine Karrieren hinderlich. Wer spricht denn über depressive Kinder, die ihre Schule nicht schaffen? Der SPIEGEL–Titel brachte es auf den Punkt: „Die Angst vor dem Leben. Was Menschen den Halt verlieren lässt.“
Die Botschaft des Advent setzt hier einen starken Ton der Ermutigung. Advent heißt Ankunft. Gott kommt an, will ankommen, ist angekommen in unserer Welt, will in uns einkehren. Wir werden provoziert, ermutigt, dass wir Gott einlassen in unser Leben, in die Kirchen und Gemeinden, aber auch ganz konkret in die Planungen unserer Tage und Jahre. Doch keine frommen Täuschungen. Durch den Glauben werden nicht alle Probleme wie Krümel vom Tisch gewischt. Die Finanzkrisen brauchen hoch qualifizierte Fachleute, die seelisch Erkrankten kompetente Fachärzte und zur Offenheit bereite Patienten. Dass für Gottes Einkehr empfangsbereite Menschen Gottvertrauen und innere Kraft erfahren können, wird nicht nur in der Bibel berichtet, sondern durch unzählige Menschen bis in diese Stunde erzählt. Auch Christen erleben depressive Schübe, häufig durch Erwartungen ihrer frommen Umgebung wie auch durch Selbstüberforderungen ausgelöst. Aber es gibt auch davon Heilung und innere Kraft zum Bestehen von Krisen. Niemand kommt ohne Krisen durch sein Leben.
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