Es ist
Freude angesagt
Gewiss ist vielen diese Szene bekannt: Man sitzt in einer Runde beisammen, doch die Stimmung ist nur mäßig gut. Das Gespräch plätschert so dahin, man kommt sich vor wie nach einem traurigen Anlass. Doch da kommt jemand von außen herein und sofort verändert sich das Klima im Raum. Die Stimmung wird heiter. Grüße fliegen hin und her, es wird fröhlich, seit dieser Mensch den Raum betrat. Er strahlt Freude aus.
So einer war unser Freund Erwin. Er war in verschiedenen Ländern als Pastor tätig gewesen, zuletzt in Südkorea. Sein Leben war viele Jahre mit Not beladen. In relativ kurzen Abständen starben zwei seiner Ehefrauen. Wir Freunde waren sehr betroffen und versuchten mit ihm zu trauern. Es wurde eine ganze Weile still um ihn, doch dann kam er wieder zurück ins Leben. Und wieder war er der fröhliche Christenmensch, mit dem wir lachen konnten. Woul Song, seine dritte Ehefrau, ist eine Christin aus Südkorea. Zwischen Erwin und mir flogen jahrelang eMails und Telefonate hin und her. Und dann starb er in einem langen Leiden. Doch noch in den letzten Wochen seines Sterbens war er ein fröhlicher im Frieden mit Gott ruhender Mensch. Ein Mensch, nur das wollte er sein.
Was soll diese Geschichte im Advent? Ich erzähle sie, weil sie voller Hoffnung ist, die aus der Glaubensfreude eines Christen strahlte. Erwin war für mich wie die Verkörperung eines Adventwortes, das wir dem Apostel Paulus verdanken: „Freuet euch in dem Herrn allewege; und abermals sage ich: Freuet euch!“ Es ist keine angeborene Heiterkeit, keine gute Laune, auch keine rheinische Lustigkeit.
weiter