Als Jesus sah, dass sie folgten, fragte er: Was wollt ihr? Sie sagten: Wo wohnst du? Er aber antwortete: Kommt und seht! »weiterlesen

Für alle, die unterwegs sind.


„Ewiges Leben beginnt mitten im irdischen Leben, wenn ein Mensch den lebendigen Jesus Christus als seinen Herrn bekennt.“

Johannes Hansen

 In den Himmel kommen. 

Der christliche Glaube ist eine Gewissheit besonderer Art. Das Neue Testament ist voll von „lebendiger Hoffnung“. Es gibt strahlende Worte, die davon sprechen. Keine Weltflucht, doch ein Cantus Firmus, eine Grundmelodie, die ständig mitschwingt. Dadurch wird das Sterben nicht verharmlost, doch es kann den Glaubenden nicht mehr vom ewigen Leben trennen. „Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes.“ Auch der Tod nicht, sagt Paulus. Bei allem gilt, dass die Bibel von zukünftigen Dingen in einer großartigen Bildersprache spricht. „Hoffnungssprache ist Bildersprache“ hat ein kluger Mann gesagt. Wir können das Echo darauf in herrlichen Bachkantaten vernehmen. So wenig wir uns Gott vorstellen können, so wenig auch den Himmel und die Ewigkeit. „Und wir werden beim Herrn sein allezeit“, sagt Paulus lapidar.
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Michl Graff

 Volk im Dunkeln

Einer nahm Yvonne zur Seite, einer mit Ringen unter den Augen. Er sah ihre Enttäuschung, er sah, dass es ganz dunkel in ihr geworden war, und er sah, dass sie nicht weiterwusste. Die andern tanzten und lachten, als wäre nichts passiert. „Es gibt auch dunkles Licht“, sagte er.

Bis wir helles Licht wahrnehmen über unsern Köpfen, regiert vielleicht lange die Finsternis. Sie ist es, die uns die Köpfe hängen lässt und den Blick zum Boden drückt. Aber von oben, von auswärts, vom Horizont her werden wir helles Licht wahrnehmen, heller als das kleine Licht der Tröstungen. Dann werden wir die Notbeleuchtung vergessen können, die gut gemeinten Funzeln der Freunde. Es werden auch welche von uns das Glück haben, aufrecht und erwartungsvoll den Sonnenaufgang mitzuerleben, um uns die erste Kunde zu bringen. Wir wollen aber unterdessen nicht so tun, als wäre die Nacht keine Nacht. Und wir wollen die Finsternis ehren als den Ort der großen Erwartung.

Man kann die Nacht nicht durch Beleuchtung verstehen. Und den Tagesanbruch nicht gesenkten Haupts. Wer aber meint, bereits im Licht gelebt zu haben, versteht weder das eine noch das andere.