Als Jesus sah, dass sie folgten, fragte er: Was wollt ihr? Sie sagten: Wo wohnst du? Er aber antwortete: Kommt und seht! »weiterlesen

Für alle, die unterwegs sind.


Johannes Hansen

  Neu anfangen

Es gibt große Beispiele für die Umkehr zu Gott durch den Ruf des Evangeliums: „Folge mir nach! Und die Fischer verließen alles und folgten Jesus nach.“ So fing alles an. Nicht jeder und jede werden dabei große geistige und seelische Erlebnisse haben wie Augustinus, Martin Luther und andere Gestalten der Geschichte. Doch solche „Bekehrungen“ stammen nicht aus einer Wundertüte der Geschichte der Christenheit, sondern sie geschehen auch heute. Heute werden Menschen vom Hauch Gottes, dem heiligen Geist berührt und vom Ruf Gottes durchdrungen. Sie trennen sich von dem, was sie bisher von Gott und dem ganz persönlichen Glauben trennte. Umkehr ist stets auch Abkehr und der neue Lebensweg beginnt. »mehr dazu

Michl Graff

 Ich will frei sein

Ich, der ich um des Herrn willen im Gefängnis bin, ermahne euch, ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging.
(Epheser 4,1)

Nein, schreibt Dietrich Bonhoeffer im Gefängnis, das Christentum ist keine Erlösungsreligion, keine letzte Ausflucht ins Ewige. Hier geblieben. Was aber hieße dann Erlösung? Es wäre uns schon recht, wenn uns einer einfach huckepack aus dem Elend hinaustrüge ins Reich, wo Milch und Honig fließt. Man müsste die Wirklichkeit abschaffen, sie ist lästig. Das wäre ein Fest. Man müsste abhauen, lieber heute als morgen. Alles liegen und stehen lassen und weggehen dürfen.

Und wenn die Türe plötzlich offen stehen würde, ich weiß noch gar nicht, was mir lieber wäre. Erlösung als Lösung von allen, die ich liebe? Es sind doch nicht nur Ketten, die uns hierzulande binden. Wir sind daheim im Jammertal, wir haben Freunde und Verwandte, auch unter denen, die uns knechten. Es ist unsere Geschichte, unser Land, unser Leben, wo wir seufzen und mit den Ketten rasseln. Ich glaube nicht, dass ich ausreisen möchte. Ich möchte frei sein.