Eine weitere Ausgabe von Atemholen gibt es hier am 1. März. Weil die gott.net-Seiten komplett umstrukturiert werden müssen, zeigen wir Ihnen hier in den nächsten Wochen interessante Ausgaben aus unserem Archiv.


Als Jesus sah, dass sie folgten, fragte er: Was wollt ihr? Sie sagten: Wo wohnst du? Er aber antwortete: Kommt und seht!... »weiter

Für alle, die unterwegs sind.


Johannes Hansen
GOTT – ein schweres Wort.

Ich verstehe, dass ein Mensch Probleme mit diesem Wort hat. Es ist ja zunächst nur eine Vokabel mit vier Buchstaben. G/0/T/T kann irgendwas und alles Mögliche sein. „Gott“ kann wie ein Eimer sein, in den man jeden Dreck dieser Erde gefüllt hat, oder auch kostbare Flüssigkeiten wie reines Wasser und kostbaren Wein.

Doch wir brauchten einen Gott, der zu uns passte. Also machten wir uns einen Gott auf Passform zurecht. Schon immer wurde er für den Sieg über die jeweiligen Feinde in Anspruch genommen - beiderseits versteht sich.

Die Kritiker des Gottesglaubens verstehe ich gut, weil das Wort Gott eines der am meisten misshandelten und missbrauchten Worte der Weltgeschichte ist. „Gott sei Dank gibt es nicht, was 60 bis 80 Prozent sich unter Gott vorstellen.“ (Karl Rahner)

Was also meinen die Christen, wenn sie sagen: „Ich glaube an Gott“.

Kein metaphysisches Gespenst jenseits der Sternennebel. Kein gegen die Filmwand unseres Unterbewusstseins gespiegeltes Bild unserer Ängste, Sehnsüchte und unerfüllten Hoffnungen. Kein in einem Bild unserer Welt fassbares Gottesbild. Das ginge voll gegen die Bibel selbst. »weiterlesen

Michl Graff
Weißt du, wie viel Sternlein stehen?

Der Herr führte Abram hinaus und sprach: Sieh doch zum Himmel hinauf, und zähl die Sterne, wenn du sie zählen kannst. Und er sprach zu ihm: So zahlreich werden deine Nachkommen sein. Abram glaubte dem Herrn, und der Herr rechnete es ihm als Gerechtigkeit an. (Genesis 15, 5-6)

Ich suche nicht den Stern von Bethlehem. Ich suche nicht den Großen Bären. Ich suche nicht einmal das Geheimnis des Steinbocks, meine astrologische Mitgift, die vielleicht ein Schlüssel sein könnte für manche rätselhafte Kondition. Ich will nur hinaustreten unter den Sternenhimmel und schauen. Schauen und staunen. Staunen und verehren.

Christlich ist das noch lange nicht. Abrahams Sternstunde war Gottes Sprechstunde. Und diese Sprechstunde ist allen zugänglich. Den Dörflern eher als den Städtern, denen man den Sternenhimmel ausblendet, damit sie mehr einkaufen. Die Sprechstunde Gottes unterm Sternenhimmel ist für alle da, aber nicht alle hören die Stimme der Verheißung. Abraham verstand. Deshalb ist er der Vater des Glaubens.

Christlich ist das noch lange nicht. Doch der Weg des Staunens ist verheißungsvoll.

Lasten ablegen

Müde zog Serafina die Haustür zu. Ein langer Tag lag hinter ihr. Jetzt waren Veritas, Simplicitas und Maunz versorgt, auf dem Ofen dampfte die Teekanne und der Duft des Kräutertees zog durch die Küche. Im Stehen trank Serafina eine Tasse davon. Dann zog sie die dicke Jacke an und ging in die Kapelle. »weiterlesen