Als Jesus sah, dass sie folgten, fragte er: Was wollt ihr? Sie sagten: Wo wohnst du? Er aber antwortete: Kommt und seht! »weiterlesen

Für alle, die unterwegs sind.


© gott.net | Motiv 525 | Foto: slidelab.de-fotolia.com | Siehe Psalm 13,16

Johannes Hansen

  Was ist Zeit

Zeit ist Leben.
Wenn wir geboren werden beginnt sie und sie läuft ab, wenn wir sterben. Wenn wir aus dem Leib der Mutter kommen beginnt unsere Lebenszeit. Leben und Zeit sind ein in sich geschlossenes Ganzes. Wenn unsere Zeit abgelaufen ist, sind wir nicht mehr am Leben in dieser Welt. Wir wollen Gott danken für die Lebenszeit, die er uns gab. Und sie nutzen.

Zeit ist Chance.
Wir sind beschenkt mit Begabungen und Möglichkeiten. Jeder ist mit seinen Gaben und Grenzen ein Original Gottes. Diese wollen genutzt werden. Wer die kostbare Zeit des Lernens in der Schule, in der Berufsausbildung, beim Studium, oder auch bei der Gründung einer Familie nicht nutzt, sondern sie vergeudet, der hat die vom Schöpfer in seinem Leben angelegten Chancen nicht genutzt.

Zeit ist Entscheidung.
Es gibt das kleine „heute“ unserer Tages- und Nachtzeit, unserer Schul– und Arbeitszeit. Doch es gibt auch das große „Heute“ in unserem Leben. Wenn es um das Ja zum Ruf Gottes geht. Oder wenn Gott vor uns Türen öffnet und uns zu neuen Schritten Mut macht. „Kauft die Zeit aus.“ Erkennt, was Gott mit euch vorhat und an welche Stelle der Welt er euch als seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen berufen hat.

Die Uhr vor mir zeigt gerade 14.42 Uhr.
Was hat Gott heute noch mit mir vor?
Das herauszufinden lohnt sich immer.

Michl Graff

  Der Herr des Webstuhls lächelte

Schneller als das Weberschiffchen eilen meine Tage, der Faden geht aus, sie schwinden dahin. Denk daran, dass mein Leben nur ein Hauch ist. Nie mehr schaut mein Auge Glück. (Ijob/Hiob 7,6-7)

Mein Lebensfaden: Nie hatte ich ihn in der Hand. Nie hätte ich ihn verlieren können. Der ihn mir gab, war für ihn zuständig: Gott, der Herr des Webstuhls. Solange er wollte, gab er mir Faden. Solange er einen Sinn in meinem Gewebe erblickte. Als ich bemerkte, wie kurz der Restfaden war, bekam ich's mit der Angst, und versuchte, möglichst viel mit möglichst wenig Faden zu fertigen. Mein Gewebe wurde immer haltloser. Da gab man mich in Pflege. Das bisschen Faden war gerade noch gut genug für mich allein. Ich hielt mich an ihm fest und verzichtete auf weitere Produktion. Ich wurde Raupe. Ich wurde Schmetterling. Und siehe, alles war gut. Der Herr des Webstuhls lächelte. Denn der Sinn meines Lebens war größer als der Sinn meines Gewebes.