Als Jesus sah, dass sie folgten, fragte er: Was wollt ihr? Sie sagten: Wo wohnst du? Er aber antwortete: Kommt und seht! »weiterlesen





Für die, die unterwegs sind.

ACHTUNG!!!

Wegen Inventurarbeiten können wir von Montag, 27. April bis Montag 4. Mai 2020 keine JAMarkt-Artikel ausliefern.
Wir bitten um ihr Verständnis.


Johannes Hansen

  Versprochen ist versprochen.

„Mama, versprochen ist versprochen.“ So spricht die vierjährige Tochter zur Mutter. Vielleicht geht es um etwas Süßes, um eine kleine Puppe, oder um das Vorlesen abends vor dem Einschlafen. Kinder haben den Trick voll drauf, man muss die Erwachsenen an ihre Worte und Zusagen erinnern. Das macht Mütter und sogar Väter sozusagen „an“, hier wird Vertrauen angemahnt. Und wer mag da schon versagen? Und der Kindermund hat ja Recht, auch wenn es eine ganz kleine „Erpressung“ ist. Es gehört zum Gelingen aller Beziehungen, ob in Freundschaften, Ehen, Familien, oder auch in der kleinen und großen Politik: Versprochen ist versprochen.

Wie es dem Kind geht, so geht es auch erwachsenen Menschen. Wir suchen Verlässlichkeit und so die Möglichkeit des Vertrauens. Man kann auch sagen, wir sehnen uns nach Treue. Wem kann ich trauen? Wird er oder sie zu seinem, zu ihrem Wort stehen? Es tut gut, wenn man nicht auseinander rennen musste. Weil irgendwer und irgendwas trieb.

„Auf den ist Verlass“ sagte jemand von einem meiner Freunde. Und fügte noch hinzu: „Der ist sauber bis ins Herz.“ Vielleicht doch etwas übertrieben? Der Freund würde zusammenzucken, wenn ich es ihm erzählte. Er kennt sich als ein Mensch, der von der Vergebung lebt. Darum kann ich so gut mit ihm reden. 

Aber es gibt sie, die Freunde und Freundinnen, auf die man sich verlassen kann. Sie sind stets pünktlich zur Stelle, wenn wir sie brauchen. Und sie tun uns gut. Weil sie sensibel und verständnisvoll sind, uns auch Freunde und Freundinnen bleiben, wenn wir einmal versagen. Ich kann sie auch spät abends noch anrufen. So helfen sie mir zu leben. Wir alle brauchen Frauen und Männer, auf die wir uns verlassen können. Man nennt sie auch „glaubwürdig“, ein wunderbares Wort unserer deutschen Sprache. Es ist ihre Würde, dass wir ihnen glauben und vertrauen können.

Ich möchte eine Erfahrung mit ihnen teilen, die mich seit Jahrzehnten begleitet. Ich bitte sie um zwei Minuten Konzentration. Die theologische Wissenschaft ist dem Wort „Glaube“ und „glauben“ auf die Spur gegangen. Theologie ist immer auch Spurensuche. Ein sehr frühes Wort für das Verhältnis zu Gott ist das hebräische Wort „häämin“ und dieses bedeutet so viel wie „verlässlich sein lassen“, „sich verlassen auf das Verlässliche“. „Das ist die Keimzelle der Geschichte des Glaubensbegriffs“ (Gerhard Ebeling). Diese Entdeckung hat mir in meinem eigenen Glauben sehr geholfen. Ich darf mich auf Gott verlassen. Auch wenn ich sehr schwach bin. Nebenbei bemerkt, ich darf mich dabei auch selbst verlassen. Meine Dummheiten zum Beispiel, auch meine verkrampfte Religiosität und wenn sie noch so christlich ist. „Und sie verließen alles und folgten ihm nach“ heißt es von den Fischern, die Jesus damals in seine Nachfolge rief. Der sie rief, gab ihnen die Kraft zu folgen.

Ich „müder Pilger“ (Hape Kerkeling) darf mich also „verlassen auf das Verlässliche“, also auf den Gott, der „verlässlich“ ist. „Versprochen ist versprochen“, sagte das Kind. So spricht Gott, die ganze Bibel ist voll davon: „Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“ Mit Seilen der Liebe. Unsere Sehnsucht nach Gott und dem Glauben hat Gott selbst in uns angestiftet. Er bittet sozusagen in uns und wenn wir heimkommen zu ihm, nimmt er uns wie eine liebende Mutter fest in die Arme. „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ So sagt der Prophet den Verbannten, die in Babylon sitzen und den Mut verlieren. Gott ist keine Mutter, doch tröstet er wie eine Mutter es tun kann.

Er hat jedem Menschen seine Liebe zugesagt; versprochen ist versprochen.
Er hat mir die Vergebung aller Schuld zugesprochen; versprochen ist versprochen.
Er hat uns seine Begleitung versprochen; versprochen ist versprochen.
Er hat uns Lebensmut versprochen; versprochen ist versprochen.
Er hat uns den Himmel versprochen; versprochen ist versprochen. 

Und dieser Himmel beginnt schon hier. Wo Menschen sich entschließen, Gott zu vertrauen, ihm ihr Leben anzuvertrauen. So können wir ganz neu leben, bewusst leben und unsagbar dankbar sein, dass wir den Gott kennen, der sich durch Jesus bekannt gemacht hat. Ich liebe ihn, diesen Gott.