Als Jesus sah, dass sie folgten, fragte er: Was wollt ihr? Sie sagten: Wo wohnst du? Er aber antwortete: Kommt und seht! »weiterlesen


Johannes Hansen

Jesus Christus - Seine "Himmelfahrt"

In meiner Kindheit hatte ich ein Problem mit den Predigten zur „Himmelfahrt Christi“. Wo ist er denn geblieben?, so dachte der kleine Kerl. Einfach weg, nach oben verschwunden, abgehauen für immer? Nach oben in den fernen Himmel gefahren? Jenseits der Wolken und Sterne? Und wo ist denn das, der Himmel? Und wir hocken hier auf der Erde allein und ohne ihn herum? Die Fragen eines Kindes? Auch das, aber es sind die Fragen aller, die über die Himmelfahrt nachdenken. Schon die frühe Christenheit hatte diese Fragen zu bewältigen.

Seltsam, der Englisch-Unterricht brachte mich auf eine ganz neue Spur des Denkens. Ich hatte damals noch keinen im Herzen lebendigen Glauben an Jesus Christus, der kam später, doch durch die englische Sprache wurde bei mir eine „Denksperre“ aufgehoben. Ich konnte die Himmelfahrt jedenfalls ahnend denken und das war ein wichtiger Schritt in Richtung Glaube. »weiterlesen

Michl Graff

Wenn es an Ostern dunkel bleibt

Ich bin erstanden und bin immer bei dir. Halleluja. Du hast deine Hand auf mich gelegt. Halleluja. Wie wunderbar ist für mich dieses Wissen. Halleluja. (Psalm 139,18.5-6)

Es war Ostermorgen, aber wir waren nicht gut drauf. Alles hatten wir mitgemacht. Asche aufs Haupt und 40 Tage ohne. Palmzweige in der Hand und Füße in der Wanne. Und vorgestern das schwärzeste Schwarz, das wir ablegen wollten wie alle Jahre, um einzutauchen in strahlendes Licht. Doch was wir von der Osterkerze mitnahmen, war ein glimmender Docht. Zum Leben zu wenig. Zum Sterben zu viel. Und es ward Abend und es ward Morgen. Ostermontag.

Dienstag. Mittwoch. Donnerstag. Es blieb dunkel. Es wurde Sommer und Herbst, die Jahre vergingen. Als wir starben, waren wir immer noch voller Erwartung, fragten nach dem Auferstandenen, nach dem Licht, nach der Beruhigung unserer Fragen. Wo bist du, österlicher Herr, wo? Dein Weiß, dein strahlendes Weiß, wir hatten mit Halleluja gerechnet. Wo? Wann?

Da erkannten wir. Nicht nichts, aber auch nicht alles. Wir spürten: die Hand, die immer schon auf uns gelegt war. Die Führung im Dunkeln. Die Treue während der Nacht. Es gibt einen Ostermorgen, an dem es nicht Tag wird. Es gibt ein Halleluja, das du nicht singen musst.