Als Jesus sah, dass sie folgten, fragte er: Was wollt ihr? Sie sagten: Wo wohnst du? Er aber antwortete: Kommt und seht! »weiterlesen


Für die, die unterwegs sind.


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Johannes Hansen
Sonne über den Gräbern
Wie nennen wir den Tag, mit dem diese Woche begann? Ist es der Totensonntag oder der Ewigkeitssonntag? Ich stimme für den zweiten Namen. Doch es wird Leser geben, die meinen und meiner Freunde Glauben nicht teilen. Ich grüße sie herzlich! Vielleicht möchten sie die Frage nach dem Sterben und dem Tod lieber vertagen? Ich sage das nicht ironisch, sondern ganz sachlich. Warum sich sorgen und das Gemüt krank machen, obwohl der Tod doch noch so weit entfernt ist? Vorsicht, er kann um die nächste Ecke kommen. Und er ist kein Freund, sondern ein Feind des Lebens. Man kann es ja auch wie jener amerikanische Spaßmacher halten, der meinte: „Ich habe keine Angst vor dem Sterben, wenn ich nicht dabei sein muss?“ »weiterlesen

Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
(Matthäus 5,4)

Michl Graff
Der Mensch wird trauern

Trost? Wir doch nicht. Keine Vertröstung, sagten wir und fegten den Trost gleich mit vom Tisch. Keinen billigen Trost, sagten wir, doch da war dann auch kein teurer. Trostlos blieben wir, und es gab nichts zu weinen, also auch nichts zu lachen.

»Aber der Mensch wird trauern – / Masse, muskelstark / Cowboy und Zentauern, / Nurmi als Jeanne d'Arc...« (Gottfried Benn, Qui sait). Paavo Johannes Nurmi war finnischer Leichtathlet, lief zwischen 1922 und 1931 22 anerkannte Weltrekorde auf den Strecken zwischen 1.500 und 10.000 Meter. Und Jeanne d'Arc, eigentlich Jeanne la Pucelle, die »Reine, Unschuldige«, die charismatische Befreierin von Orleans, Opfer von Intrigen, hingerichtet auf dem Scheiterhaufen. Täter, Opfer, Sieger, Verlierer, Stärken, Schwächen, Glanz und Elend. Aber der Mensch wird trauern. Auch der, der sich nicht trösten lassen wollte.

Zweimal findet Jesus Trost auf der Via Dolorosa. Das Taschentuch der Veronika und die Marscherleichterung dank Simon von Zyrene. Jesus nimmt beides an. Nur das Gejammer der Weiber kann er nicht leiden. Das tröstet auch nicht. Das macht das Herz nur schwer. Trauer und Trost gehören eigentlich zusammen. Als wir sie trennten, wurden beide krank. Und das ist nicht einmal für uns Langstreckenläufer, Langstreckenzweifler gut.