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Johannes Hansen

ADVENT

Ein Mann steht vor der Tür…  

Er will in das Haus einkehren, man sieht es ihm an. Er klopft mit dem Knöchel eines Fingers seiner Hand. Ganz leise klopft er. Und er horcht, ob jemand kommt, um die Tür zu öffnen. Offenbar nicht, denn nun klopft er wieder. Etwas energischer, doch nicht laut oder gar aggressiv. Es kommt niemand, um die Tür zu öffnen. Vielleicht sind die Bewohner des Hauses gerade im Keller, oder oben unter dem Dach? Schon klopft er wieder und horcht, ob jemand seine Stimme und sein Klopfen endlich hört.  

Wer ist der Mann? 

Christus steht vor der Tür und möchte einkehren und mit den Bewohnern des Hauses ein Fest feiern. Der Seher Johannes hat Worte von Jesus bekommen, der der Christus Gottes ist. Die oft geheimnisvollen Worte der Apokalypse des Johannes, das letzte Buch des Neuen Testamentes, sagt er weiter. Doch hier ist es nicht besonders geheimnisvoll, das Bild ist klar. Jeder kann es mit dem Kopf und dann auch mit dem Herzen verstehen. Der anklopfende Jesus Christus will in unser Leben kommen.  

Wie ein Bettler. 

Er steht wie ein Bettler vor der verschlossenen Tür. Was hier beschrieben wird, ist ganz sensibel und von Güte erfüllt. Er kommt nicht mit dem Brecheisen, nicht mit einer Axt, er tritt die Tür nicht ein, er klopft und klopft und wartet. Christus, der Mann am Kreuz und der Mann von Ostern, der durch Gottes Macht von den Toten auferstanden ist. Christus, der mit seinem Wort und Geist in uns wirkt, an uns wirkt, uns umgibt wie das Licht und die Luft. Christus, vor dem sich einst alle Knie beugen werden und jeder Mund bekennen wird, dass er der Herr ist über alles. Der steht wie ein Bettler vor Ihrer und meiner Lebenstür.  

Advent. 

Advent heißt Ankunft. Gott will bei uns ankommen. Nicht wie ein Schauspieler, der beim Publikum ankommen möchte. Christus will uns verwandeln, will das Fest der Erneuerung mit uns feiern. Das Fest seiner Ankunft in dieser Welt und in unserem Leben. Wie damals der Vater, der seinem aus der Fremde heimgekehrten Sohn ein großes Fest ausrichtete. „Dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden.“ (Lukas 15) Und dann saß er gut gewaschen und neu gekleidet am Tisch des Vaters und es war große Freude. Da gab es nicht Salzstangen und dünnen Tee. Der Bock drehte sich am Spieß über dem Feuer und niemand blieb durstig. Im Orient wusste man zu feiern. Feste sind in der ganzen Bibel immer wieder eine Metapher für die Großzügigkeit und Liebe Gottes zu uns Menschen. Diesen Gott bekennt die Christenheit. Keinen himmlischen Staatsanwalt, der die Anhänger seiner Religion mit kalten Augen kontrolliert.  

Er klopft und klopft. 

„Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten.“ (Offenbarung des Johannes, Kapitel 3, Vers 20) 

Der anklopfende Christus stand damals vor der verschlossenen Tür der Christengemeinde in Laodizea. Eine selbstgefällige Gemeinde in einer reichen Stadt. Es fehlte ihnen an nichts, nur an Klarheit und Entschiedenheit in der Beziehung zu Christus. Er aber schreibt die Gemeinde nicht ab, er ignoriert sie nicht, er gibt sie nicht auf. Er klopft und klopft, um ganz neu zu ihr zu kommen.  

Auch heute noch. 

Diese Geschichte vom anklopfenden Christus geht weiter und weiter bis zu diesem Moment. Viele Menschen sind nicht nur allgemein religiös, sondern Fragende und Suchende, sie möchten Klarheit für ihr Leben finden. Keiner von uns kann den Termin der Begegnung eines Menschen mit Gott voraussagen, doch Jesus, der Christus Gottes hat die Macht, den Termin zu setzen. Sein HEUTE kann jetzt geschehen.  

Das wäre ein Advent. Christus ist bei uns angekommen. Wunderbar, er ist bei mir angekommen. Ich wollte mich nicht mehr verstecken, darum öffnete ich ihm die Tür. Nicht weil ich so fromm und gut bin. Gott ist so gut zu mir. Ich bin von Freude überrascht worden. Nun ist die Freude des Glaubens in mein Leben eingezogen. So kann durch ein Wort der Bibel die Biografie eines Menschen völlig verändert werden. „Und sie fingen an fröhlich zu sein.“ So war es beim Fest im Hause des Vaters. Und dieses Fest geht weiter und weiter und kommt bei Ihnen, kommt bei dir an.