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Berge versetzen 

Junge Christen saßen in ihrem Clubraum beisammen und diskutierten über ein Wort aus der Bibel, das sprichwörtlich geworden ist. „Berge versetzen“ heißt es. Das Bild meint, dass ein Berg wegtransportiert wird, sozusagen aus dem Weg geräumt wird. Doch sprachen sie nicht über das Sprichwort, sondern über einen Abschnitt aus dem Jesus-Evangelium Matthäus 17, Vers 20. Immerhin steht da ein Satz, der Diskussionen auslösen kann: Jesus sprach: „Ich versichere euch: wenn euer Vertrauen (euer Glaube) auch nur so groß ist wie ein Senfkorn (sehr klein), dann könnt ihr zu diesem Berg sagen: Gehe von hier nach dort, und er wird es tun. Dann ist euch nichts mehr unmöglich.“ 

Die jungen Leute gerieten in eine heiße Diskussion darüber, ob dies nun wortwörtlich, oder doch eher metaphorisch als ein Bild für die Wirkungskräfte des Glaubens gemeint sei. Letzteres ist ganz klar gemeint. Auch der härteste Bibelfundamentalist wird nicht meinen, dass Jesus uns Zauberkräfte zugesagt hat. Hier geht es jedoch um sehr reale und konkrete Veränderungen in unserer Lebenslandschaft. Es gibt Berge von ausgrenzenden christlichen und kirchlichen Traditionen, die den Kontakt mit Freunden, die den Glauben suchen, fast unmöglich machen. Diese stehen wie vor einer Wand und finden den Weg nicht. Dieser Berg muss weg. Hier müssen sich Christen ändern. 

Oder es sind die Berge von Missverständnissen, die jemand für Zweifel hält, obwohl es nur Missverständnisse über den Glauben sind. Doch sind es nur falsche Informationen, die er oder sie aber nicht aufgeben. Die Sache mit dem „Berge versetzen“ kann also auch für jemand gelten, der sich bisher betont nonchalant vom Glauben distanziert hat. Der Berg im Kopf muss weg. 

Die vielen hohen Berge der Vorurteile müssen dringend weggeräumt werden. Von den Christen zu den „Noch-nicht-Christen“ und auch von den Zweifelnden und noch Suchenden zu den Glaubenden. Jemand hat jemand mit Beleidigungen und üblen Nachreden blockiert. Da kann es ganz hart werden. Der Berg muss weg, doch wenn der Mann von nebenan keine Veränderung der Landschaft will? Dranbleiben, arbeiten und auf Gelegenheiten warten. Gehen wir doch mit diesem Gedanken hinein in unsere Alttage und machen wir das Experiment in Schulen, Büros, auf der Straße und auch in der eigenen Familie. Versöhnung ist möglich, fangen wir doch damit an. „Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“ (Markus 9, 23), Das sind geradezu abenteuerliche, doch zugleich vernünftige Perspektiven. 

Den größten Berg, der je auf dieser Erde zwischen uns und Gott und also auch zwischen uns und anderen stand und alles blockierte, hat Jesus, der Christus Gottes, weggeschafft. Die Schuld, die uns von Gott trennt. Das ist die Basis für alles Folgende. 

Johannes Hansen