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Johannes Hansen
Der heilige Geist ist ein Brandstifter.

Gottes Geist ist Wind und ist Feuer. In der Pfingstgeschichte lesen wir, dass ein starker Wind durch eine große Versammlung von Menschen in Jerusalem brauste und es kam Feuer in Form von Feuerzungen herab, die sich auf die Köpfe der Menschen setzten. Plötzlich sprachen die Menschen in ganz unterschiedlichen Sprachen und sie verstanden, was ihnen in fremden Sprachen gesagt wurde. Es war ein Sprachwunder und ein Hörwunder.

Gewiss eine für uns sehr exotische Geschichte, doch Lukas, ein griechischer Arzt, der erste Historiker der Kirchengeschichte, hat berichtet, was man ihm erzählte und man spürt ihm seine Begeisterung ab, die der Gottesgeist auch in ihm bewirkt hat. So begann die Geschichte der Kirche in allen Völkern unserer Welt. Heute feiert man rund um den Globus in versetzten Zeiten das Pfingstfest. Überall singt und beten die Christen: „O komm du Geist der Wahrheit und kehre bei uns ein ...“ 

Er setzt unser Leben in Brand.

Wie damals, so auch heute. Er verbrennt allen Seelenmüll und Sperrmüll in unseren Herzen und Köpfen. Er will Platz schaffen für Jesus, dass er bei uns einziehen kann. „Der Herr ist der Geist“, sagt Paulus, der auferstandene Jesus ist gemeint. Da kann es in mir krachen und qualmen, dieser Brand stinkt gewaltig. Doch dann zieht der frische Wind des Heiligen Geistes in unser Leben ein. Neue Gedanken, Gefühle und Kräfte werden in uns lebendig. Christus selbst kehrt in uns ein. 

Dieses Feuer lässt sich nicht löschen.

Denn Pfingsten geht weiter. Jeder in der großen gott.net-Gemeinde, die über ganz Europa verstreut ist, kann sich für dieses Feuer öffnen. Feuer kann sehr weh tun, doch ohne Krisen entstehen keine Christen. „Zünde in mir dein Feuer an, guter Geist Gottes. Ich möchte ein anderer, ein neuer Mensch werden.“ So beten viele in den Kirchen in aller Welt. Und in einem Gebet zu Beginn des Pfingsttages 2005 ganz persönlich. Und er kommt, der Geist, wenn wir ihn bitten.

Geist ist Feuer und Geist ist Wind.  In der griechischen Sprache des Neuen Testamentes heißt Geist „pneuma“, in der hebräischen Sprache des Alten Testamentes „ruach“. Beides bedeutet Odem, Atem, Wind, sogar Sturm. Dieser Geist will in die Segel ihres Lebens fahren, will sie und mich auf das offene Meer des Lebens treiben. Unser Leben bekommt einen neuen Horizont, die Weite Gottes. Und wir bekommen helle Köpfe. Der Geist Gottes spricht mit unserem Geist und sagt uns zu, dass wir Gottes Kinder sind. Das ist dann ihr ganz persönliches Pfingstfest.

Wer sich vom Geist Gottes anzünden lässt, wird nicht die Feuerwehr rufen und er wird die Fenster und Türen seines Lebenshauses aufmachen und den Wind des Geistes durch die muffigen Räume seines Lebens wehen lassen. Nichts soll das Kommen des Geistes aufhalten. Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden, hat der Apostel Paulus einmal von denen gesagt, die „in Christus“ sind, also in dem drinnen, was er für uns getan hat und noch tun will.

So kommt frische Luft in uns hinein und es entsteht Platz für Neues.

Der heilige Geist kehrt alles Falsche und Unklare bei uns aus, damit die Wahrheit des Evangeliums und die wirkliche Lebensfreude in uns einziehen können. Dann sind auch wir „vom Geist erfüllt“.

Doch das ist ein ständiger Prozess, der nicht nur am jährlichen Pfingstfest, sondern an jedem Tag vor sich geht. Unserem Glauben soll die Puste nicht ausgehen. Jeder kann jederzeit in diesen Prozess der Erneuerung seines Lebens einsteigen. Jetzt zum Beispiel. „Herr komm in mir wohnen.“

Ich lade sie ein zu einem Gebet mit Worten des Kirchenvaters Augustinus (354–430) „Spät habe ich Dich geliebt, Du Schönheit, ewig alt und ewig neu, spät habe ich dich geliebt. Du warst bei mir, ich war nicht bei Dir. Du hast gerufen und geschrieen und meine Taubheit zerrissen; Du hast geblitzt, geleuchtet und meine Blindheit verscheucht; ich habe gekostet, nun hungere ich und dürste; Du hast mich berührt und ich brenne nach dem Frieden in Dir.“

Frohe Pfingsten!