Die letzten Tage von Jesus vor der Auferstehung
Quelle: Markus-Evangelium.
Die entsprechenden Verse stehen in Klammern.

Sonntag (Palmsonntag)
Jesus kommt durch Jericho (10,46). Er heilt dort den blinden Bartimäus (10,46 ff) und macht sich auf nach Jerusalem (11,1). Auf einem jungen Esel sitzend, reitet er in Jerusalem ein, von den Menschen triumphal empfangen. Er geht in den Tempel und kehrt am Abend nach Bethanien zurück. (11, 2-11)

Montag
Jesus verflucht den Feigenbaum (11, 12-14) und geht wieder in den Tempel. Dort jagt er die Händler und Geldwechsler hinaus: „Gott sagt: 'Mein Haus soll für alle Völker ein Ort des Gebets sein', ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht“ (11, 15-17). Diese Aktion hinterlässt einen tiefen Eindruck bei den Menschen und bringt die hohe Geistlichkeit zu dem Entschluss, Jesus umzubringen (11, 18). Am Abend verlässt Jesus zusammen mit seinen Jüngern wieder die Stadt (11, 19).

Dienstag
Wieder auf dem Weg nach Jerusalem spricht Jesus zu seinen Jüngern von der Kraft des Glaubens (11, 20-25). Im Tempel stellen die Hohenpriester, Schriftgelehrten und Führer des Volkes Jesus die Frage nach seiner Vollmacht (11, 27-33).

Mittwoch
Die Hohenpreister und Schriftgelehrten suchen nach einer Gelegenheit, um Jesus umzubringen (14, 1-2). Jesus weilt in Betanien und wird von einer Frau gesalbt (14,3-9). Judas, einer seiner Jünger, bietet den Hohenpriestern an, Jesus zu verraten (14, 10-11).

Donnerstag (Gründonnerstag)
Jesus schickt zwei Jünger voraus, damit sie die Vorbereitungen für das Passahfest treffen (14, 12-16). Das Passahfest beginnt bereits am Donnerstagabend. An diesem Abend feiert Jesus mit seinen Jüngern das Passahmahl. Er teilt Brot und Wein aus. „Von jetzt an werde ich keinen Wein mehr trinken, bis ich ihn wieder mit euch in der neuen Welt trinken werde“. Nachdem sie das Danklied gesungen haben, gehen sie hinaus an den Ölberg (14, 17-26), einer Erhebung nordöstlich des Jerusalemer Tempelbergs und der Jerusalemer Altstadt. Auf dem Weg dorthin weist Jesus Petrus darauf hin, dass Petrus ihn in dieser Nacht drei Mal verleugnen wird (14, 27-31).

Jesus geht mit seinen Jüngern in den Garten Gethsemane, am Fuß des Ölbergs. Jesus betet und liefert sich Gott aus: „Nicht was ich will, sondern, was du willst soll geschehen.“ Obwohl Jesus sie drei Mal weckt, schlafen die Jünger, die er mitgenommen hat, immer wieder ein (14, 32-42).

Eine Gruppe Bewaffneter nimmt im Auftrag der Hohenpriester, Schriftgelehrten und führenden Männer Jesus fest. Judas verrät Jesus mit einem Begrüßungskuss und nur einer der Jünger verteidigt ihn. Dann flüchten alle Jünger und lassen Jesus in den Händen der Bewaffneten. Nur einer folgt Jesus. Als man versucht, auch ihn festzunehmen, kann er auf spektakuläre Weise entfliehen (14, 43-52).

Jesus wird den Hohenpriestern, Schriftgelehrten und führenden Männern vorgeführt. Jesus antwortet auf die Frage: „Bist du Christus, der Sohn Gottes?“ mit „Ja, der bin ich!“ Das wertet der Hohepriester als Gotteslästerung und als Grund dafür, dass Jesus sterben muss. Daraufhin schlagen, bespucken und verhöhnen sie ihn (14, 53-65).

Petrus, der Jesus in sicherer Entfernung gefolgt war, leugnet in dieser Nacht drei Mal, dass er Jesus kennt (14, 66-72).

Freitag, Passahfest (Karfreitag)
Jesus wird gefesselt zu Pilatus, dem römischen Statthalter gebracht. Jesus antwortet nicht auf dessen Fragen (15, 1-4). Da Pilatus alljährlich zum Passahfest einen Gefangenen begnadigt, lässt er Barabbas, einen Terroristen und Mörder neben Jesus stellen und fragt, wen er frei lassen solle. Die Menschenmenge verlangt die Freilassung des Terroristen und die Kreuzigung von Jesus (15, 6-15). Jesus wird von der römischen Soldateska geschlagen und verspottet und zur Kreuzigung geführt (15, 16-20).

Auf dem Weg dorthin wird ein Unbeteiligter gezwungen, das Kreuz von Jesus zu tragen (15, 21). Um neun Uhr morgens wird Jesus gekreuzigt. Viele verspotten und beschimpfen ihn (15, 22-32).

Gegen Mittag wird es im ganzen Land dunkel. Um drei Uhr nachmittags stirbt Jesus. Der römische Hauptmann des Hinrichtungskommandos ist überzeugt, dass „dieser Mann wirklich Gottes Sohn gewesen“ ist. Viele Freunde von Jesus verfolgen das Geschehen in einiger Entfernung (15, 39-41).

Am Abend bittet Josef von Arimathäa Pilatus um den Leichnam von Jesus. Nachdem der Tod überprüft und festgestellt worden ist, wird Jesus in Leintücher gehüllt und in ein Felsengrab gelegt, das mit einem großen Stein verschlossen wird (15, 42-47).

Samstag (Sabbat)
Der Sabbat endet am Abend. Einige Frauen kaufen wohlriechende Öle, um den Toten damit zu salben (16, 1).

Sonntag (Ostersonntag)
Es ist im jüdischen Kalender der erste Wochentag. In aller Frühe gehen die Frauen zum Grab und finden es geöffnet. Ein Mann in weißem Gewand sagt ihnen, dass Jesus auferstanden sei und zeigt ihnen das leere Grab. Die Frauen laufen voller Angst und Entsetzen davon (16, 2-8).

Jesus erscheint daraufhin verschiedenen Menschen, aber vor allem seinen Jüngern. Er gibt ihnen den Auftrag, seine Botschaft überall in der Welt zu verbreiten und er gibt ihnen die Zusage, dass er immer bei ihnen sein wird. Danach wird er in den Himmel aufgenommen und seine Jünger beginnen, seinen Auftrag umzusetzen (16, 9-20).

Die im Text eingestreuten genauen Zeitangaben zeigen, dass hier ein Augenzeuge (wahrscheinlich Petrus) zu Wort kommt. Diese unvergessliche Woche hat sich in das Gedächtnis der Jünger, Anhänger und Freunde von Jesus tief eingeprägt.