Als Jesus sah, dass sie folgten, fragte er: Was wollt ihr? Sie sagten: Wo wohnst du? Er aber antwortete: Kommt und seht!... »weiter

Buch zum Thema

160 Seiten, gebunden
Format 12,5 x 18,7 cm
Bestell-Nr. 61114
jamarkt@gott.net
nur 9,99 Euro
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Michl Graff
Der Herr des Webstuhls lächelte

Schneller als das Weberschiffchen eilen meine Tage, der Faden geht aus, sie schwinden dahin. Denk daran, dass mein Leben nur ein Hauch ist. Nie mehr schaut mein Auge Glück. (Ijob 7,6-7)

Mein Lebensfaden: Nie hatte ich ihn in der Hand. Nie hätte ich ihn verlieren können. Der ihn mir gab, war für ihn zuständig: Gott, der Herr des Webstuhls. Solange er wollte, gab er mir Faden. Solange er einen Sinn in meinem Gewebe erblickte. Als ich bemerkte, wie kurz der Restfaden war, bekam ich's mit der Angst, und versuchte, möglichst viel mit möglichst wenig Faden zu fertigen. Mein Gewebe wurde immer haltloser. Da gab man mich in Pflege. Das bisschen Faden war gerade noch gut genug für mich allein. Ich hielt mich an ihm fest und verzichtete auf weitere Produktion. Ich wurde Raupe. Ich wurde Schmetterling. Und siehe, alles war gut. Der Herr des Webstuhls lächelte. Denn der Sinn meines Lebens war größer als der Sinn meines Gewebes.

Johannes Hansen
Das Leben als Geschenk

Keiner von uns hat sich das Leben selbst gegeben. Unsere Mutter empfing und brachte uns auf die Welt als ein Geschenk. Ihr wurde „ein Kind geschenkt.“ Ich gehe davon aus, dass auch der Vater sich freute. Das Leben als Geschenk erkennen, heißt auch den Sinn finden für sein Leben. Ich bin kein Einzelwesen, so sehr ich auch meine eigene Identität habe, doch ich bin auf ein „Du“ hin angelegt. Das ist ein Mensch, den ich liebe, jemand, den ich oft in die Arme nehme. Es sind die Kinder, die uns in einer Ehe geschenkt wurden und dann auch die Enkelkinder. Doch nicht nur die Familie ist der Lebenssinn. Das täte niemand in der Familie auf Dauer gut. Gott stellt den Zirkel in die Mitte unseres Lebens und zieht große Kreise. Unser Leben bekommt einen Horizont. »weiterlesen