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In 99 Schritten durch die Bibel


Die Bibel sollte kein Buch mit sieben Siegeln sein. Sie finden hier eine Serie, die Sie zu den wichtigsten Stellen der Bibel führt. Von Adam und Eva bis zur Offenbarung geht es auf eine Entdeckungs-Reise durch die Bibel.
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Das Wort für die Woche


Text: Psalm 25,8 Foto:© Dot Com-Fotolia.com/gott.net


Das Thema

 

Befreiung

 

Jeden Morgen lesen Millionen Christen in unserem Land einen Abschnitt aus der Bibel. Allein oder auch zu zweit oder zu dritt. Sie denken kurz über Worte der Bibel nach und beginnen ihren Tag mit einem stillen Gebet.

Wenn man sie fragt, erzählen sie einem gerne, dass sie dadurch innere Kraft und klare Gedanken für die Entscheidungen des Tages bekommen. Aber, so könnte man skeptisch fragen, sind die Texte und Erzählungen der Bibel nicht uralte Geschichten von anno dazumal? Gehen solche Menschen nicht in ein Museum für religiöse Altertümer, das mit unserer Zeit nun wirklich nichts mehr zu tun hat?

Gerade an den vier Evangelien des Neuen Testaments, Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, kann man erkennen, dass sie auf Zukunft hin geschrieben wurden. Lange nach Ostern wurden sie zu Papier oder besser auf Pergament gebracht, nachdem ihre Worte und Berichte vorher mündlich weitergereicht und immer neu erzählt wurden.

Die Christen der ersten Stunde rechneten erstaunlich direkt mit ihrem lebendigen Herrn, dessen Anrede sie immer wieder neu durch die Worte der Evangelien hindurch vernahmen. Bis heute ist es so, dass Christen so ihre Bibel lesen und immer neue Entdeckungen machen ‑ auch mit der folgenden Jesusgeschichte aus dem ersten Kapitel des Markusevangeliums. Nicht nur eine Geschichte von damals, sondern eine gute Nachricht für uns heute.

Zu Jesus kam ein Aussätziger, ganz nahe kam er zu ihm, kniete vor ihm nieder und bat ihn: "Willst du, so kannst du mich reinigen."

Wir Menschen eines Kulturkreises, in dem Volksseuchen durch eine hoch entwickelte medizinische Versorgung längst überwunden sind und kranke Menschen ‑ Gott sei Dank nicht mehr mit dem religiösen Vorurteil belastet sind, ihre Krankheit sei eine Strafe Gottes, ahnen kaum noch, aus welcher Verzweiflung dieser Aussätzige zu Jesus kam.

 

 

 

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Ausgabe 291
vom 25.7.2010



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Nächste Ausgabe:
Mittwoch,4.8.10

Alles, ab Nr. 1, im Archiv


Der Weg, die Wahrheit, das Leben

Im Wallis vor einem Jahr, zu zweit auf einer langen Tour. Es war spät geworden, und längst war die Lust Mühsal geworden. So kamen wir zu einem Sennhirten, der uns eine Abkürzung zeigte, einen kleinen Hirtensteig. Man müsse freilich schwindelfrei sein!

 

Der Mann hatte uns nicht zu viel versprochen. Kein Geländer half, und die verrosteten Seile wirkten nicht beruhigend. Da war der Weg. Da war der Abgrund. Da war die Angst. Da war das Vertrauen. Und wir waren beide stiller als sonst und gingen Schritt für Schritt und kamen an.

 

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Das Zitat

Einst hatte sich einer im tiefen Wald verirrt. Nach einer Zeit verirrte sich ein zweiter und traf den ersten. Ohne zu wissen, wie es dem ergangen war, fragte er ihn, auf welchem Weg man hinausgelange. "Den weiß ich nicht", antwortete der erste, "aber ich kann dir die Wege zeigen, die nur noch tiefer ins Dickicht führen, und dann laß uns gemeinsam nach dem Wege suchen."

 

Martin Buber


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